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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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14. Die Feldzüge Alexanders d. Gr. 369

Grossen und bisher den Persern botmässigen Stämmen zu ihm gestos-sen waren, zog Alexander durch das Gebiet der Uxier im eigentlichenPersien nach Persepolis (nordöstlich und in der Nähe des heutigen Schiraz,der persischen Provinz Farsistan). Die in der Ebene wohnenden Uxierunterwarfen sich ihm freiwillig; aber die im Gebirge wohnenden wolltenihm den Weg durch ihre Pässe versperren. Alexander aber kam ihnendurch einen raschen Nachtmarsch, den er mit auserlesenen Truppen aufkaum gangbaren Gebirgspfaden unternahm, zuvor, schloss sie in ihrePässe ein, schlug sie mit grossem Verluste für sie, nahm ihnen bedeu-tende Beute ab und zwang sie zur Unterwerfung. Dann schickte er Par-menio mit den Wagen, der thessalischen, verbündeten und ausländischenReiterei und mit allen schwere Rüstung tragenden Soldaten in der Ebenezwischen den Bergen und dem Meer nach Persis; er selbst zog mit demmacedonischen Fussvolk, den Hetären, der leichten Reiterei, den Agria-nern und Bogenschützen rasch durch die Berge zu den persischenPässen, dem Gebirgspass aus Susiana nach Persis (in dem cachti-jarischen Gebirgszuge zwischen dem heutigen Schuschter und Schiraz).Hier erwartete ihn der persische Satrap Ariobarzanes mit 40,000 MannFussvolk und 700 Reitern, welcher den Pass durch eine Steinmauer ab-gesperrt hatte.

Obgleich Aman den Grund nicht weiter angiebt, weshalb Alexandersein Heer theilte und für seine Person zu dem besetzten Gebirgspass zog,da er doch auf der grossen Heerstrasse ihn hätte umgehen können, soscheint es doch keinem Zweifel zu unterliegen, dass Alexander diesthat: 1) um nicht die Perser im Rücken hinter sich zu lassen, 2) umdadurch, dass er dem Ariobarzanes in einer Position eine Niederlage bei-brachte, wo dieser sich für unüberwindlich gehalten hatte, einen um sogrösseren moralischen Eindruck auf die Perser zu machen und die Unter-jochung ihres eigentlichen Heimathlandes Persis, sowie die Einnahme derfür sie heiligen Orte Persepolis und Pasargadä zu beschleunigen und zuerleichtern, und endlich 3) wegen seiner Leidenschaft für Ueberwin-dung von Hindernissen, Beschwerden und Gefahren.

Bei den persischen Pässen angelangt, bezog er ein Lager am Fusseder Berge und führte am folgenden Morgen einen Angriff auf den ver-schanzten Pass aus. Aber der Zugang zu demselben war so beschwer-lich und die Perser schleuderten aus demselben einen solchen Hagel vonPfeilen und Geschossen aller Art auf die Angreifer, dass Alexander-sichgezwungen sah, den Angriff aufzugeben. Von Gefangenen hatte er er-fahren, dass man den eigentlichen Pass auf allerdings ausserordentlich be-schwerlichen Fusspfaden links über das Gebirge weg umgehen könne, erliess also den Kraterus mit seiner und Meleagers Abtheilung, einigenBogenschützen und 500 Mann Reiterei vor dem Passe stehen, mit dem

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,1. 24