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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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368 II- Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

Hierbei bemächtigte sich Parmenio des Lagers, aller Wagen und Bagage,der Elephanten und Kameele der Perser. Nach Ueberschreitung des Ly-kus Hess Alexander am Abend sein Heer auf dem anderen Ufer ruhen undsich erholen, um Mitternacht aber ward die Verfolgung fortgesetzt, undam anderen Tage bemächtigte er sich Arbelas und in ihm der Schätze,der Kriegsmaschinen und des Feldgeräths des Darius.

Nach Angabe der griechischen Geschichtsschreiber belief sich derVerlust der Perser in der Schlacht bei Gaugamela (bekannter unter demNamen: Schlacht bei Arbelai, nach den Einen auf 40,000, nach Anderenauf 100,000, sogar auf 300,000 Mann, jener der Macedonier dagegennach Einigen auf 500, nach Anderen nur auf 100 Mann und etwa 1000Pferde. Diese Angaben sind sehr anzuzweifeln; gewiss ist aber, dassüberhaupt auf Seiten der Perser der Verlust sehr bedeutend war, auf Sei-ten der Macedonier ganz unerheblich.

Das war der Verlauf der dritten Schlacht Alexander's gegen diePerser, welche durch seine geschickten Massregeln, die Heldenthatenseiner Truppen, die Wichtigkeit und hohe Bedeutung seines entschei-denden Sieges und die Folgen desselben noch höher steht, als die beidenvorhergegangenen Schlachten am Granikus und bei Issus. Wenn man siemit einander vergleicht, so kann man sagen, sie bilden gleichsam dreigetrennte, aber doch eng zu einander gehörende und sich ergänzendeTheile eines wohl geordneten Ganzen, und in dem Kampfe zwischenAsien und Europa drei auf einander folgende Entwicklungsmomente,deren Wichtigkeit und Bedeutung allmälig von Stufe zu Stufe zunimmt.

In der Voraussetzung, dass Alexander nach errungenem Siege nachBabylon und Susa ;in der Gegend des heutigen Schuschter in der persi-schen Provinz Chuzistan) gehen würde, wohin der Weg ausserdem fin-den Marsch und die Verpflegung des macedonischen Heeres weit mehrBequemlichkeiten darbot, als der Weg nach Medien, war Darius nachEkbatana geflohen (in der Gegend des heutigen Hamadän in der persi-schen Provinz Ijak-Adjmi;, begleitet von einem kleinen Theil seinerTruppen, deren Ueberreste nach allen Richtungen aus einander gesprengtwaren. Alexander verfolgte ihn auch wirklich nicht weiter als bis Ar-bcia, sondern ging nun direct auf Babylon und von dort nach Susa.Diese beiden Städte ergaben sich ihm freiwillig. In Beiden wurde denTruppen eine kurze Ruhe gegönnt, die Regierung von Armenien,Mesopotamien, Assyrien, Babylonien und Susiana wurde geordnet (essind dies die heutigen türkischen Provinzen Armenien, Kurdistan, El-Djezireh und Irak-Arabi und die persische Provinz Chuzistan) und dann,nachdem die aus Macedonien und Griechenland herangezogenen Verstär-kungen, ungefähr 10,000 Mann, eingetroffen und viele Hülfstruppen vonden sich ihm aus freien Stücken unterwerfenden persischen Statthaltern,