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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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14. Die Feldzüge Alexander's d. Gr. 367

Während dessen hatte ein Theil der indischen und persischen Caval-lerie ein« Lücke bemerkt, welche sich bei Alexander's Angriff gegen daspersische Centrum zwischen der Mitte uud dem linken Flügel des mace-donischen Heeres gebildet hatte, warf sich in diesen Zwischenraum unddrang bis zum macedonischen Lager vor, überfiel hier das unbewaffnetethracische Fussvolk vollständig überraschend und erschlug, unterstütztvon den im Lager befindlichen persischen Gefangenen, welche mit ihnengemeinschaftliche Sache machten, einen grossen Theil dieses Fussvolks,begann auch das Lager zu plündern. Aber die zweite Linie des mace-donischen Heeres (die Peltasten) wendete sich mit der Front nach hinten,fiel die feindliche Reiterei im Bücken an, machte einen Theil derselbennieder und verjagte die Uebrigen.

Zur selben Zeit hatte des Darius rechter Flügel den linken FlügelAlexander's umfasst und griff den Parmenio in der Flanke an. Dieserbenachrichtigte Alexander von derGefahr, in der er sich befand, und batihn um Hülfe. Alexander, in der Verfolgung des geschlagenen linkenFlügels und Centrums der Perser begriffen, wendete sich sofort und ener-gisch mit den Hetären gegen den rechten feindlichen Flügel, stiess aberunterwegs auf die aus dem macedonischen Lager verjagte indische undpersische Reiterei. Um sich durchzuschlagen, stürzte sie sich in einemeinzigen, dicht zusammengedrängten Haufen auf ihn und schlug sich mitder Tapferkeit der Verzweiflung. Ihr Anprall und Kampf war gewaltig:60 Hetären blieben, viele waren verwundet, aber endlich überwältigteAlexander die feindlichen Reiter, die fast sämmtlich auf dem Schlacht-felde blieben; nur Wenige entkamen, denen es gelungen war sich durch-zuschlagen. Hiernach bei seinem linken Flügel eintreffend fand Alexan-der, dass die Perser, Dank der Tapferkeit der thessalischen Reiterei,bereits abgeschlagen waren. Diese Cavallerie hatte, unter Mitwirkungder Bogenschützen, den rechten Flügel der Perser in Front und Flankeangegriffen und ihn dadurch aufgehalten, und bald nachher war er, alsihm die Niederlage und Flucht des Darius bekannt wurden, gleichfallsgeflohen.

So hätten die numerisch so bedeutend überlegenen Perser das mace-donische Heer beinahe in beiden Flanken umfasst. Die Macedonier aberhatten nicht allein diese Flankenangriffe glücklich abgeschlagen, sondernihrerseits das feindliche Centrum und beide Flügel total geschlagen.

Das geschlagene persische Heer floh zu dem in seinem Rückenfliessenden Lykus (jetzt Zab) *) und durch Arbela. Alexander und Par-menio verfolgten, jeder mit seinem Flügel, die Perser bis zum Lykus.

*j Lykus heisst Wolfsfluss, und noch heute führt dieser Fluss den Namen Zab-Khebir oder Zab-Asfal, d. h. der grosse Wolf. In Xenoplion's Anabasis wird er Za-batus genannt. Anmerk. d. Uebers.