366 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
Das thracische Fussvolk wurde zur Bewachung und zum Schutz desLagers in demselben zurückgelassen.
Im Ganzen belief sich das Heer Alexander's auf 40,000 Mann Fuss-volk und 7000 Mann Reiterei, und zwar specieller: 16,400 Hopliten,8200 Peltasten, 4100 schwere Reiter, die übrigen 18,300 Mann bestandentheils aus schwerem Fussvolk, zum grössten Theil aber aus leichterReiterei und leichtem Fussvolk.
Nachdem er sein Heer in dieser Weise geordnet hatte, setzte sichAlexander nach vorwärts in Marsch und befahl bei Annäherung an denFeind seinen beiden Linien sich nach rechts zu ziehen, in der Absicht,den macedonischen rechten Flügel dadurch dem feindlichen linken gegen-über zu bringen: denn bis dahin hatten die Hetären. welche er persön-lich führte, sich dem Darius und der Mitte des persischen Heeres gegen-über befunden.
Als Darius die Bewegung des macedonischen Heeres nach rechtsbemerkte, fürchtete er, dass die Macedonier die Anhöhen besetzen möch-ten und verlängerte zuerst seinen linken Flügel nach links, "dann aberbefahl er der baktrischen und scythischen Reiterei, die rechte Flanke derMacedonier anzugreifen, um dadurch der weiteren Bewegung nach rechtsHalt zu gebieten. Alexander entsandte gegen diese in Front und Flankeseine ausländische Reiterei vom rechten Flügel, unterstützt von Bogen-schützen. Nach einem blutigen und hitzigen Gefecht wurde die bak-trische und scythisehe Reiterei in Unordnung gebracht, und nun stürmtendie persischen mit Sicheln besetzten Streitwagen gegen Alexander an.Aber durch die zahllosen Geschosse der macedonischen Bogenschützen■wurden viele der Rosselenker und Pferde getödtet oder verwundet, sodassdie Streitwagen den Macedoniern fast gar keinen Schaden thaten; vielederselben wurden sogar von diesen weggenommen. Nun ging Dariusmit seinem ganzenHeere vor. Alexander gab der leichten Reiterei seinesFlügels den Befehl, die Cavallerie von des Darius linker Flanke anzu-greifen, welche diesen Flügel zu umfassen drohte, formirte die Hetärenund die macedouische Phalanx (nach Arrian) in einen Keil und führtesie nun persönlich in ungestümem Angriff gegen das Centrum des persi-schen Heeres vor. Der Kampf war nicht von langer Dauer; von allenSeiten eingeengt, von der macedonischen Phalanx durchbrochen, wurdendie Truppen des persischen Centrums bald gänzlich geworfen. Dariuswandte sich zuerst zur Flucht, ihm folgte alsbald das gesammte Centrumseines Heeres, mit Ausnahme der griechischen Söldner zu Fuss, welchehartnäckig Stand hielten und fast sämmtlich niedergemacht wurden. Ingleicher Weise ward auch die Reiterei der linken Flanke des Darius mitgrossem Verlust über den Haufen geworfen und zersprengt, und zwardurch die Reiterei vom rechten Flügel Alexander's.