14. Die Feldziigo Alexandei's d. Gr. 365
cognoscirung des Terrains und der Aufstellung der Perser beschlossen,den linken Flügel derselben mit seinem rechten Flügel, verstärkt durchdie auserlesensten Truppen, in schräger Schlachtordnung anzugreifen,den linken Flügel aber, der einer Umgehung am meisten ausgesetzt war,auf seiner Stelle zurückzuhalten. Dieser Angriffsplan war ohne Zweifeldarauf gegründet, dass westlich oder links vom persischen Heere dieoben erwähnten kleinen Anhöhen lagen, welche folglich den rechten ma-cedonischen Flügel vor einer Umgehung und einem Angriff in Flankeund Rücken mehr schützten. Der linke macedonische Flügel war durchNichts dergleichen geschützt, denn er stand in einer vollkommen freienoffenen Ebene. In Folge dessen gab denn auch am 2. October bei Tages-anbruch Alexander seinem Heere folgende Aufstellung;
Auf den rechten Flügel stellte er unter des Philotas Befehl achtIlen Hetären, von denen die erste oder königliche vor den übrigen sichbefand; in der rechten Flanke der Hetären standen die macedonischenBogenschützen und die Hälfte der Agrianer, unterstützt von den griechi-schen Söldnerschaaren; — vor den Agrianern und den macedonischenBogenschützen die leichte Reiterei und.diePäonier, und noch weiter vor-wärts die ausländische Reiterei, welche den Auftrag hatte, den Perserndurch eine Schwenkung in die Flanke zu fallen in dem Falle, dass siedie macedonische Armee umfassen wollten. In der Front deckte er denrechten Flügel durch die übrigen Agrianer, Bogenschützen und Schleu-derer. Den Oberbefehl über den ganzen rechten Flügel übernahm erpersönlich.
Im Centrum stand die macedonische Phalanx, aus 16,400 Hop-liten gebildet und in acht Merarchien getheilt. In der rechten Flankederselben' befanden sich die Agema zu Fuss und die Hypaspisten.
Auf dem linkenFlügel, etwas zurückgebogen, war das Fuss-volk der verbündeten Hülfstruppen unter Befehl des Kraterus postirt, undin der Flanke die verbündete griechische und die thessalische Reitereiunter Parmenio's Commando. In Front und Flanke wurde dieser Flügeldurch Cavallerie gedeckt und zwar: griechische Söldner, thracische undodrysische Hülfstruppen. Den Oberbefehl über den linken Flügel über-trug Alexander an Parmenio.
Dieses war die erste Schlachtlinie von Alexanders Heer. In derzweiten, welche in einiger Entfernung hinter der ersten stand, hatteAlexander 8200 Peltasten aufgestellt, die in acht Systremmen getheiltwaren, und ihren Anführern befohlen, für den Fall, wenn etwa die Persersein Heer umfassen und es auch im Rücken angreifen sollten, sie dieFront nach hinten nehmen zu lassen und im äussersten Nothfall und jenach Umständen ihre Aufstellung zu öffnen oder zusammen zu schliessen.