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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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13. Die Feldzüge Alexanders d. Gr. 363

sakus zog, der persische Feldherr Mazäus mit 3000 Pferden und 2000Mann Fussvolk von den griechischen Söldnern vom Darius eben dorthingesendet, Darius selbst aber stellte sich mit seiner Hauptmacht auf demlinken Ufer des mittleren Tigris in der Nähe des Dorfes Gaugamela auf,das westlich der assyrischen Stadt Arbela liegt (dem heutigen Erbil;Gaugamela lag zwischen Ecbil und Mosul in Kurdistan, asiatischeTürkei).

Aber als Alexander sich Thapsakus näherte, floh Mazäus nebstseinem Heere ohne Kampf zum Tigris zurück. Alexander ging auf zweivon den macedonischen Kriegern geschlagenen Brücken bei Thapsakusüber den Euphrat und wandte sich dann, in der Annahme, dass Dariusmit seinem Heere bei Babylon stehe, gegen diese Stadt, aber nicht ingeradester Richtung und auf dem kürzesten Wege von Thapsakus aus,sondern nordöstlich zum Tigris auf einem , wenn auch erheblich wei-tern , so doch auch unvergleichlich besseren Wege für den Marsch derTruppen, der reich an Lebensmitteln für Menschen und Pferde war undzudem durch eine Gegend führte, in welcher die Sommerhitze wenigerunerträglich erschien. Dass er diese Richtung einschlug, das zeugtebenso sehr von Alexanders Sorge für seine Truppen, als von seinemfesten Glauben an sich selbst, an sein Glück und seine Erfolge. Alser unterwegs von einigen gemachten Gefangenen erfuhr, dass Dariusmit einem gewaltigen Heere auf dem linken Tigrisufer stehe, beschleu-nigte er seinen Marsch zu diesem Flusse hin in der schon eingeschlage-nen Richtung. Als er an dem rechten Stromufer angelangt war, gegen-über den karduchischen Bergen (oberhalb Mosul) und auf keinem Uferdas persische Heer erblickte, ging er sogleich ungestört und ohne grosseSchwierigkeit durch den Tigris hindurch und zog dann am linken Uferhinab. Am vierten Tage stiess er endlich auf kleinere persische Abthei-lungen, welche sofort zurückgingen. Von den ihnen abgenommenen Ge-fangenen hörte er nun endlich, dass Darius bei Gaugamela stände, in einerEntfernung von nicht mehr als einem Tagemarsch von dem macedoni-schen Heere. Alexander setzte seinen Marsch weiter fort, aber sein festerEntschluss, gegen Darius eine Schlacht zu schlagen, welche endgültigdarüber entscheiden musste, wer von ihnen Beiden Beherrscher von Asiensei, war zugleich mit der äussersten Vorsicht gepaart. Zuvörderst machteer Halt, als er nahe an Gaugamela herankam, bezog mit seinem Heereein Lager, das verschanzt wurde, gab seinen Truppen eine viertägigeRuhe und traf alle möglichen Vorsichtsmassregeln. Dann, am fünftenTage (dem 1. October 331) brach er früh Morgens, unter Zurücklassungdes gesammten Trosses und Gepäcks, sowie aller Nichtcombattanten,Erkrankten und nicht in die Front gehörenden Leute, in Schlachtordnungmit seinen ohne das Gepäck sehr viel-beweglicher gewordenen Truppen