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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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3G2 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

haftester Sicherung seines Rückens und seiner Verbindungen, zur Com-pletirüng und Verstärkung seines Heeres durch Nachschub aus Macedo-nien und Griechenland, sowie endlich zur Ergreifung aller für den Erfolgseines bevorstehenden Unternehmens unerlässlichen Massregeln. Er zoges vor, auf diese Weise etwas länger in Phönizien zu verweilen unddann mit einem raschen entscheidenden Schlage in wenigen Tagen oderWochen erneuter Operationen die mehreren Monate kriegerischer Unthä-tigkeit wieder einzubringen, anstatt aufs Gerathewohl hin zu operirenund in diesem entscheidenden Momente des Krieges durch UebereilungAlles dem Zufall Preis zu geben. So bildet diese Vereinigung von Thätig-keit und Zögern in seinen Unternehmungen, von Entschlossenheit undBehutsamkeit, von Eile mit Weile, die sich stets den Umständen anpasst,eine seiner grössten Tugenden in seiner Kunst der Kriegführung.

Endlich, Ende August oder Anfang September 331, zog er vonTyrus nach Thapsakus am Euphrat (dem heutigen El-Där oder Deir,östlich von Circesium oder Kerkisieh in El-Djezireh in der asiatischenTürkei), mit einem mehr als 40,000 Mann Fussvolk und 7000 ReiterStarken Heere.

Während dessen hatte Darius, welcher sich noch im Besitz eines be-trächtlichen Theiles seines Reiches und bedeutender Streitkräfte undKriegsmittel in demselben befand, eine neue zahlreiche Armee bei Baby-lon zusammenzubringen vermocht. Die Stärke derselben ist bei den grie-chischen Chronisten sehr verschieden angegeben. Nach den Einen betrugsie 400,000 Mann Fussvolk und 40,000 Mann Reiterei, nach Anderen da-gegen 600,000 Mann Fussvolk und 145,000 Reiter, wieder nach Anderen800,000MannInfanterie und200,000MannCavallerie, nach Arrian endlichsogar 1,000,000 Infanteristen mit 40,000 Reitern. Alle diese. Zahlenanga-ben verdienen keinen besonderen Glauben I so viel steht indessen auf alleFälle fest, dass das Heer, welches Darius nach der Schlacht bei Issus ge-sammelt hatte, an Zahl jenes vor der Schlacht von ihm aufgestellte beiWeitem übertraf und aus den kriegerischesten tapfersten Stämmen zusam-mengesetzt war. Bei dem Heere befanden sich auch 200 Streitwagen und15 Elephanten. Bezüglich der Art der Verwendung dieses Heeres hatteneinige Rathgeber des Darius diesem gerathen, das ganze Land bis zumEuphrat und Tigris zu räumen und zu verheeren, Andere, sich inkeine entscheidende Schlacht einzulassen, sondern vorsichtig zögerndund abwartend Widerstand zu leisten. Darius aber ergriff weder dieeine noch die andere Art der Vertheidigung, sondern beschloss, durcheinen Theil seiner Truppen den Uebergang über den Euphrat bei Thap-sakus, mit seiner Hauptmacht aber den nach seiner Meinung sehrSchwierigen Uebergang über den mittleren Tigris zu beschützen. InFolge dessen wurde zur selben Zeit, als Alexander von Tyrus nach Thap-