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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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13. Die Feldzüge Alexander's d. Gr. 357

schleunigt haben. Was konnte daher, so schien es, natürlicher sein, alsdass Alexander ungesäumt nach Mittelasien zog, in das Centrum despersischen Reiches ? Was konnte leichter und rascher zum Endziel desKrieges führen ? Aber getreu seinem ursprünglichen tief angelegten unddurchdachten Plane Hess sich Alexander durch jenen Sieg nicht ver-leiten , ging nicht nach Mittelasien, sondern setzte erst seinen Zug längsder Ostküste des mittelländischen Meeres fort. Er fürchtete keineswegs,in seinem Rücken einen solchen Gegner wie Darius und nach solcherNiederlage, wie die bei Issus ihm beigebrachte, zu hinterlassen, denn erwusste, dass er mit der Unterwerfung von Syrien, Phönizien, Palästinaund Aegypten noch eher zu Stande gekommen sein würde, als Dariusmit Aufstellung einer neuen genügend starken Armee. Aber nach Mittel-asien gehen, so lange noch die Küsten von Phönizien, Palästina undAegypten und mit ibnen die Flotte und die Herrschaft zur See sich inden Händen der Perser befanden, so lange noch sein eigner Rücken undseine Verbindung mit Macedonien und Griechenland nicht vollkommengesichert waren, das erachtete Alexander für zu gewagt, unvorsichtig,unverständig. Diese Vorsicht in seinem Unternehmen, diese seine Zähig-keit und Beharrlichkeit in Durchführung seines ersten Kriegsplanes ver-dienen die grösste Beachtung. Nichts konnte ihn ins Schwanken bringen,nicht einmal die vorteilhaftesten und verlockendsten Anerbietungen desDarius, der ihm bald nach der Schlacht bei Issus Frieden, Bündniss,Kleinasien bis zum Fluss Halys und Bezahlung der Kriegskosten antrug.Aber Alexander verwarf dieses Anerbieten. In seiner Antwort an denDarius bewies er diesem die Rechtmässigkeit des von ihm, als demobersten Anführer der Griechen, unternommenen Krieges, der ein Rache-krieg sei für den Einfall der Perser in Griechenland, den er als Königvon Macedonien aber wegen der Feindschaft der Perser gegen seinenVater, ihrer an dessen Feinde geleisteten Hülfe, und weil sie seineMörder gedungen haben, begonnen hätte; er erklärte, dass nach den vonihm erkämpften Siegen Asien ihm gehöre, und forderte, dass Darius vorihm als seinem rechtmässigen Gebieter erscheine, und versicherte, dasser in diesem Falle von der Grossmuth Alexander's mehr erlangen werde,als er zu fordern wage; wenn er aber den Streit über die Herrschaft inAsien durch Gewalt der Waffen entscheiden wolle, so möge er nichtlänger fliehen, denn Alexander werde ihn überall zu erreichen wissen.

§.93.Dritter Feldzug in Syrien und Aegypten (333332).

Alexander hatte beschlossen, nach Syrien und Aegypten zu gehen,und schickte Parmenio mit einem Theil seines Heeres nach Damaskus,-