354 II- Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
der leichten Truppen und der Reiterei voraus. um die syrischen Pässezu besetzen und die Perser zu beobachten, und folgte um Mitternacht (imNovember 333 ; ihnen mit seiner Hauptmacht. In den syrischen Pfortenward ein kurzer Halt gemacht, und dann stieg er mit Tagesanbruch indie Ebene hinab. Diese war, eingeengt zwischen den Bergen und demMeer. sehr schmal und kaum breit genug für die Aufstellung des mace-donischen, um so viel weniger also für die des persischen Heeres inSchlachtordnung. Das kleine Flüsschen Pinarus, mit steilen Ufern vonden Bergen sich ins Meer ergiessend, durchschnitt die Ebene rechtwink-lig: jenseits desselben stand des Darius Heer. Der rechte Flügel erhieltden Auftrag, von der Seite des Gebirges her den linken feindlichen Flügelin schräger Schlachtordnung anzugreifen, der linke sollte dicht am Meerezurückgehalten werden, um so die Perser von den Bergen abzudrängenund nach dem Meere zu zu werfen; beim Herabsteigen in die Ebeneentwickelte Alexander nun seine Phalanx und stellte in ihre rechte Flankedie Fuss-Agematen, Hypaspisten, und an die Tete die Hetären nebst dermacedonischen und thessalischen Reiterei, — in die linke Flanke dasFussvolk und an das Ende die Reiterei der Peloponnesier und der übri-gen verbündeten Hülfsvölker. In dieser Ordnung rückte er vor, den linkenFlügel dem Parmenio anvertrauend, sich persönlich den Oberbefehl überden rechten Flügel vorbehaltend.
Als Darius den Anmarsch des Feindes bemerkte, schob er 30,000Mann Cavallerie und ungefähr 20,000 Bogenschützen über den Pinarusvor und stellte unter deren Schutze sein Heer hinter dem Pinarus auf:in erster Linie 30,000 Mann Fussvolk der griechischen Miethstruppen,hinter diesen zu ihrer Unterstützung 60,000 Mann schwerbewaffnetenkarduchischen Fussvolks, — in der rechten Flanke der Griechen, theilsin einer Linie mit ihnen, theils in einem Winkel nach vorn (en potence)auf den Anhöhen der Vorberge des Akma Dagh 2T),000 Mann Fussvolk,— alle übrigen Truppen in mehreren Linien dicht aufgeschlossen hintereinander. Dann rief Darius seine Reiter und Schützen von jenseits desPinarus zurück und stellte den grössten Theil seiner Reiterei auf dierechte Flanke am Meere, wo sie bequemer und vortheilhafter wirkenkonnte ; er selbst, auf einem Streitwagen , umgeben von seinem Hof undseiner Leibwache, stand im Centrum seines Heeres. So hatte sein zabl-reiches Heer, zwischen den Bergen und dem Meere eingeengt, eine sehrschmale Front und unverhältnissmässig grosse Tiefe und war aller Frei-heit in Bewegung und Action beraubt.
Die Aufstellung der Perser überblickend, hielt Alexander noch fol-gende Verbesserungen seiner eignen Disposition für geboten: 1) diethessalische Reiterei zog er hinter seiner Linie von der rechten Flankenach der linken, — 2 die Reiterei der rechten Flanke verstärkte er in