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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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13. Die Feldzüge Alexander's d. Gr. 353

So standen die beiden feindlichen Heere, durch die Berge getrennt,sich plötzlich und unvermuthet einander im Eiicken, und zwar eigen-thümlicher Weise so, dass das persische Heer mit dem Eiicken nachGriechenland stand, und das Heer Alexander's mit dem Rücken nachPersien! Sonderbarer Zufall und sonderbare Lage, entstanden da-durch , dass Alexander zwar die Syrischen, aber nicht die amanischenPässe besetzt hatte, welche doch nicht weit von jenen entfernt lagen ;wenigstens thut weder Arrian, noch einer der andern Historiker dessenErwähnung. Eine absichtliche Unterlassung von Seiten Alexander's kannman darin nicht erblicken wollen; denn das beweist sein Erstaunen undder Umstand, dass er die Nachricht, Darius sei bei Issus, nicht glaubenwollte. Dass Alexander nach Syrien nicht durch die amanischen Pässe,sondern durch die syrischen Pforten ging, erklärt sich allenfalls daraus,dass seinen Nachrichten zufolge Darius näher bei den letzteren, als beiden ersteren im Lager gestanden hatte, ausserdem lagen die syrischenPforten auf der geraden Hauptstrasse und Operationslinie Alexander'san der Ostküste des mittelländischen Meeres. Aber ein Grund, weswegendie amanischen Pässe nicht, wenn auch nur durch ein kleines Beobach-tungscorps aus leichten Truppen, besetzt waren,- kann nur in der "geringenEntwicklung und dem unvollkommenen Standpunkte des Felddienstesder leichten Truppen zu jener Zeit, wie überhaupt mehr oder minderim Alterthum, gefunden werden. Dem sei indessen, wie ihm wolle,Alexander befand sich in einer sehr schwierigen Lage und war im Falleiner Niederlage grossen Gefahren ausgesetzt. Aber grade in dem, waseinen gewöhnlichen und mittelmässigen Feldherren besorgt gemachthaben würde, sah er nur ein Unterpfand des Sieges für sich und desVerderbens für die Perser. Und in der That, konnte für Alexanderder Sieg über Darius, der sich mit seinem zahlreichen Heere in die Bergeeinzwängte, auch nur im Geringsten zweifelhaft sein? Deshalb war auchauf sein erstes Gefühl des Erstaunens unmittelbar Freude und festeSiegeszuversicht gefolgt. Und diese Zuversicht verstand er in vollemMaasse auch seinem Heere mitzutheilen. Nachdem er alle seine Heer-führer zusammenberufen hatte, legte er in kräftiger überzeugenderBede alle Vortheile ihrer eigenen Lage und alle Nachtheile der Stellungder Perser dar, welche den Macedoniern den gewissen Sieg verhiessen,einen Sieg, der zugleich die Eroberung des persischen Reiches bedeute,zeigte die ganze Ueberlegenheit des macedonisch'en über das persischeHeer, wies auf ihre vorhergegangenen Erfolge hin und entflammte sie zusolcher Begeisterung, dass sie freudig forderten, ungesäumt in den Kampfgeführt zu werden. Alle nun folgenden Anordnungen Alexander's verdienendie grösste Beachtung. Nachdem sich die Truppen befohlenermassen zu-erst durch Speise gestärkt hatten, sandte er unverweilt einen Theil

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,1. 23