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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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352 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

blicklich auf und zog längs der Seeküste nach Osten zu den syrischenPforten, um durch dieselben nach Syrien einzudringen und dem Dariuseine Entscheidungsschlacht zu liefern. In Issus (nach gewöhnlicher An-nahme nahe dem heutigen Bajas, zwischen Messis und Beilan^*) bliebeine kleine Besatzung zurück nebst allen Verwundeten und Kranken desmacedonischen Heeres, und nun zog er durch die syrischen Pfo r ten ,nahm seinen Weg nach Süden längs des Meeresufers und kam in Myri-andrus **) an (200 Stadien oder 35 Werst == ca. 5 Meilen von Issus ent-fernt) . Hier erfuhr er zu seinem grössten Erstaunen, dass Darius sichin seinem Rücken bei Issus befände, von wo er selbst kurz vorherausgerückt war. Er wollte nicht glauben, dass die Perser bis zu diesemGrade unverständig seien und aus den Ebenen Syriens, wo ihre Ueber-legenheit an Kräften, namentlich an Reiterei, ihnen so grosse Vortheilegewährte, in die Gebirgsschluchten und Pässe des amanischen Gebirgeszu gehen sich entschlossen hätten, wo alle diese Vortheile ihnen verlorengingen. Bald aber überzeugte er sich durch einige zur See nach Issusgesandte Hetären davon, dass Darius wirklich mit seinem ganzen Heeresich bei Issus befände. Darius hatte bei seiner Ankunft in Syrien An-fangs den verständigen Rath der Befehlshaber seiner griechischen Mieths-truppen befolgen und in der That Alexander in den Ebenen von Syrienerwarten wollen. Dann aber hatten Schmeichler ihm versichert, dass dieVerzögerung in den Operationen Alexander's (die Folge von dessenErkrankung in Tarsus, von seinem Zuge gegen die cilicischen Berg-völker und seinem Aufenthalte in Soli) nur davon herrühre, dass er denDarius fürchte und einer Schlacht mit ihm ausweiche. Durch dieSchmeichelei verblendet und im Vertrauen auf die Ueberlegenheit seinerStreitkräfte, nicht annehmend, dass Alexander wagen könne, ausCilicien nach Syrien gegen ihn vorzurücken, vom Verhängnissgetrieben [wie die Alten glaubten) verachtete Darius alle Rathschlägeund Warnungen der griechischen Befehlshaber und zog aus Syriendurch die amanischen Pässe (im amanischen Gebirge, dem heuti-gen Akma-Dagh, Pass zwischen Beilan und Ain-Tabos oder Begras) nachCilicien. Da er die amanischen Pässe unbesetzt fand, so überschritt erdieselben ungehindert, wandte sich gen Süden nach Issus, wo er zur sel-ben Zeit ankam, als Alexander in Myriandrus eintraf, bemächtigte sichder Stadt und liess die darin vorgefundenen macedonischen Verwun-deten und Kranken, sowie die kleine macedonische Garnison unter grau-samen Martern umbringen.

*) Nach Andern: das heutige Dörfchen Oesoler oder Jiizler.

Anmerk. d. Uebers.* + ) Das heutige Antaki (Antioehia) am Nähr al Asy (Fluss).

Anmerk. d. Uebers.