13. Die Feldziige Alexander's d. Gr. 351
Darius seinerseits begann nach der am Granikus erlittenen Nieder-lage ein zahlreiches Heer bei Babylon zu sammeln, beschloss aber wäh-rend dessen, da er die raschen Fortschritte Alexander's .sah, sich durchMeuchelmord von diesem zu befreien. Es gelang den Persern, zu die-sem Zwecke den Anführer der thessalischen Reiterei im macedonischenHeere, Namens Alexander, zu erkaufen, aber dieser niederträchtige An-schlag wurde von Parmenio glücklicher Weise entdeckt, und Alexanderder Grosse, welcher dem Verräther grossmüthig verzieh, erwarb da-durch nur neue Anrechte auf die Liebe und Achtung seiner Soldaten (zuEnde des Winters 334 auf 333). Im Sommer des Jahres 333 war nunbei Babylon (nahe dem heutigen Hilleh, auf dem rechten Ufer desEuphrat, südlich von Bagdad, in Irak-Arabi) ein gewaltiges persischesHeer versammelt, dessen besten Theil und Hauptmacht das griechischeSöldnerfussvolk bildete. Nach Curtius' Angabe bestand es aus 250,000Mann Fussvolk und 60,000 Mann Eeiterei, nach Arrian's aber aus 30,000Mann griechischer Söldner, 70,000 Mann persischen Fussvolks und30,000 Mann persischer Reiterei, 50,000 Mann medischer und eben sovieler armenischer Truppen und einer entsj)rechenden Anzahl baktrischer,hyrkanischer und verschiedener anderer Contingente von Völkern undStämmen, die unter persischer Botmässigkeit standen, —r im Ganzen aus600,000" Kriegern. Arrian's Angabe scheint indessen übertrieben zusein. Darius befehligte dieses Heer persönlich, von seiner Familie undseinem ganzen Hofe begleitet, und zog von Babylon nach Syrien zu der-selben Zeit, als Alexander aus Phrygien durch Kappadocien nach Ci-licien ging.
Hier war, wie schon gesagt, Alexander erkrankt; — kaum aberhatte er seine Kräfte wieder erlangt, so wendete er sich aus Tarsusüber Soli gegen die räuberischen Bewohner des westlichen gebirgigenCiliciens (später Isaurien oder Irschili), zwang sie in einem sieben-tägigen Feldzuge zur Unterwerfung und gab nun seinem Heere in Solieine kurze Ruhe, die er mit feierlichen Festspielen ausfüllte. Dasöstliche oder ebene Cilicien hatte sich schon vorher Alexander ergeben,der also in 1 Jahr und 8 Monaten die inneren und die KüstenprovinzenKleinasiens erobert hatte und nun zur Unterwerfung der östlichen Küs-ten des mittelländischen Meeres fortschreiten wollte, — Syrien, Phö-nizien und Palästina —, als er erfuhr (im November), dass Darius mitseinem Heer in einem Lager in Syrien^) stehe, zwei Tagemärsche vondem amanischen Gebirge und den Grenzen Ciliciens entfernt. Das mace-donische Heer, dem er hiervon Mittheilung machte, forderte einstimmig,sofort gegen Darius geführt zu werden, — und Alexander brach augen-
*) Bei Sochi. — Anmerk. d. Uebers.