13. Die Feldziige Alexander's d. Gr. 349
mit Sturm genommen oder gezwungen wurden, sich zu ergeben, unter-warfen sich ihm freiwillig (zu Ende des Winters von 334 auf 333).
Auf diese Weise hatte Alexander im Laufe des ersten Feldzugs undbinnen weniger als Jahresfrist sich fast o h n e S c h w e r t s t r e i c h in denBesitz des ganzen westlichen und des halben südlichen Ufers von Klein-asien , von Dascylium bis Aspendus (Milet und Halikarnass ausgenom-men) gesetzt, in Folge des Sieges am Granikus und seines milden undgerechten Verfahrens gegen die sich Unterwerfenden, und weil er diefrüheren Gesetze und Regierungsformen derselben unangetastet Hessoder sie wieder einsetzte.
§.92.Der zweite Feldzug in Kleinasien (333). Schlacht .bei Issus.
Der zweite Feldzug Alexander's in Kleinasien im Jahre 333 war derUnterwerfung der inneren Provinzen dieses Landes gewidmet, was nachUnterwerfung der Küstenprovinzen schon eine weit leichtere Aufgabewar und unter viel geringerem Widerstände ausgeführt werden konnte.
Nachdem Parmenio den Befehl erhalten hatte, mit den unter seinemBefehle stehenden Truppen und den aus Macedonien und Griechenlandeingetroffenen Verstärkungen aus Sardes nach Gordium in Phrygien zugehen und dort zu Alexander zu stossen (nahe dem heutigen Sögüd oderSerrigissar, am Flusse Sangarius oder Sakaria), zog Alexander im Früh-jahr 333 von Aspendus und Pergä durch das Gebiet der kriegerischenpisidischen Bergvölker ebendorthin. Diese setzten ihm hartnäckigenWiderstand entgegen; er aber schlug sie. in einem blutigen Treffen aufeinem kaum ersteigbaren Bergpass und nahm ihre Bergschlösser zumTheil im Sturm, zum Theil zwang er sie so zur Uebergabe. Dann ruckteer ungestört durch Celänä nach Gordium, vereinigte sich hier mit Par-menio und war hierdurch nun wieder beiläufig eben so stark an Trup-pen, wie er am Granikus gewesen war. Ganz Phrygien unterwarf sichihm freiwilig, wozu unter Anderem wesentlich beitrug, dass er dengordischen Knoten gelöst hatte. Demjenigen, der dies voll-brächte, hatte eine alte sagenhafte Prophezeiung die Herrschaft überganz Asien zugesichert, — ein Umstand, den Alexander geschickt be-nutzte , um sein Ansehen bei den Asiaten moralisch zu heben und denGlauben zu befestigen, dass er vom Schicksal bestimmt sei, über dieganze Welt zu herrschen, sowie auch, um seine Soldaten mit Begeiste-rung zu erfüllen. Von Gordium zog er nach Ancyra (heute Angora),empfing dort die ihn aufsuchenden Gesandten der Paphlagonier. welcheihm deren Unterwerfung anzeigten, und wandte sich dann, ohne dieseProvinz zu betreten, nach Südosten durch Kappadocien nach Cilicien.Nachdem er sich rasch der cilicischenThore bemächtigt hatte (Eng-