13. Die Feldzüge Alexander's d. Gr. 337
erwählt hatten, kehrte Alexander nach Macedonien zurück und betriebnun die Rüstungen zu diesem Kriege aufs Eifrigste.
§.90.Der Krieg mit den Persern (334—327). — Ursachen und Zweck des-selben. Vergleich der allgemeinen Lage, der Kräfte und einleitendenOperationen bei beiden kriegführenden Parteien.
Der Krieg gegen die Perser in Asien war schon lange der Gegen-stand der allgemeinsten und lebhaftesten Wünsche aller Griechen undder Lieblingstraum ihrer Sehnsucht gewesen. — Die früheren Kriege mitdiesem Volke, besonders der Kückzug der 10,000 Griechen und die Feld-züge des Dercyllidas und Agesilaus, hatten sie in"vollstem Maasse von derOhnmacht des persischen Eeiches und ihrer entschiedenen Ueberlegen-heit über die Perser in der Heeresorganisation und Kriegskunst über-zeugt. — Der Erfolg erschien unzweifelhaft, und die allgemeine StimmeGriechenlands forderte den Krieg, welcher die kleinasiatischen Griechenfür immer von der Herrschaft der Perser befreien, den Griechen die un-geheueren und reichen Länder und die zahlreichen Völker und Stämmedes Ostens unterwerfen und ihren ßuhm bis ans Ende der Welt tragensollte. — Philipp von Macedonien hatte mit seinem scharfen Verständeden Nutzen eines Krieges mit Persien für sich und für Griechenland, wiedie Wahrscheinlichkeit des Gelingens vollkommen begriffen. — Des-wegen war dieser Krieg auch während seiner ganzen Regierungszeit derstete Gegenstand seiner Gedanken und Wünsche gewesen. Es erscheintganz unzweifelhaft, dass er das persische Reich erobert haben würde,wenn er nicht grade zu der Zeit ermordet worden wäre, als er schonsich anschickte, den Krieg gegen Persien zu eröffnen. — Alexanderhatte von Philipp mit dem Throne zugleich auch den grandiosen Gedan-ken der Unterjochung des persischen Reiches geerbt. Der Durst nachRuhm, seine gelehrte und vielseitige Bildung, sowie seine lebhafte,durch Leetüre der Iliade entflammte Phantasie und der dadurch in ihmerzeugte Wunsch, die bis dahin unbekannten Gegenden des fernen Os-tens kennen zu lernen und zu unterwerfen, waren gewiss einstarker, aber unzweifelhaft nicht der einzige Beweg-grund für Alexander, den Krieg gegen die Perser zu beginnen.-Ausser der allgemeinen Volksstimme forderte auch das Interesse Grie-chenlands und das eigene Interesse Alexander's diesen Krieg.
Gleich seinem Vater begriff er vollkommen, dass der Krieg gegendie Perser das beste Mittel sei zur vollständigen Befestigung seiner Herr-schaft über Griechenland, das noch nicht lange unterworfen war, — dassdie Griechen, unter den macedonischen Fahnen gegen den gemeinsamenFeind kämpfend, nothwendigerweise sich mit den Macedoniern mehr ver-
Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,1. -2