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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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336 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

den aber nach Theben zurückgeworfen. Am anderen Tage ging Alexan-der nach Theben und schlug in nächster Nähe der Burg Kadmea einLager auf. Um indessen Blutvergiessen zu vermeiden, zögerte er zustürmen und versuchte nochmals, die Thebaner zur Unterwerfung zuüberreden: die Verbannten aber und die übrigen Empörer beharrtenhartnäckig in ihrem Widerstände. Während dessen geschah es, dasseiner der macedonischen Anführer, Perdikkas, welcher mit dem von ihmbefehligten Theileder Phalanx näher als die Uebrigen an den thebani-schen Verschanzungslinien stand, aus eigenem Antriebe, ohne Vorwissenund Befehl Alexanders', diese Linien angriff und den äusseren Theil der-selben mit Sturm nahm. Ihm folgte Amyntas, ein anderer Anführer mitdem nächsten, von ihm befehligten Theile der Phalanx. Beide aberstiessen zwischen den Linien auf einen so heftigen Widerstand, dassAlexander, der ihre Niederlage und Vernichtung durch die überlegenenfeindlichen Kräfte fürchtete, es für geboten erachtete, sie mit allen übrigenTruppen zu unterstützen. Anfänglich wurden die Thebaner zurück-gedrängt und bis zum Tempel des Hercules nahe den Stadtmauernverfolgt, hier aber schwenkten sie plötzlich herum und drängten nunihrerseits die Macedonier zurück. Nun schickte Alexander seine Fuss-agematen und die übrigen Theile der Phalanx in den Kampf. Die The-baner hielten dem Stoss derselben nicht Stand, flohen in Unordnung zurStadt zurück und vergassen sogar, oder vermochten nicht, in der Ver-wirrung die Thore derselben zu schliessen. Die Macedonier drangendicht hinter ihnen in die Stadt ein, besetzten im Verein mit der Besatzungder Kadmea die Mauern und Marktplätze derselben und richteten, aufsAeusserste gegen die Thebaner erbittert, ein furchtbares Blutbad unterdenselben an. 36,000 Thebaner wurden als Sklaven verkauft, Einigeretteten sich nach Athen, alle übrigen wurden umgebracht. Die Stadtward von Grund aus zerstört, nur die kadme'ische Burg blieb unversehrtund wurde mit einer starken macedonischen Besatzung belegt.

So endigte der Feldzug gegen Theben, der von dem Moment, daAlexander in Pellium zuerst Kunde von dem Aufstande erhalten, imGanzen vierzehn Tage gedauert hatte, ein ungewöhnlich und sehr heil-sam rasches Verfahren. Denn die Einnahme und Zerstörung von Theben,welche gegen den Willen Alexander's und in Folge der Umstände mitsolch schrecklichem Blutvergiessen verbunden war, machte den Unruhenin Griechenland, wie dem Gelüste der Griechen zu einem allgemeinenAufstande augenblicklich ein Ende.

Nachdem dann alle griechischen Städte und Staaten, Sparta ausge-nommen, ihn ihrer Ergebenheit und Unterwürfigkeit versichert, auchihn neuerdings zum Anführer der Griechen im Kampfe gegen Persien