13. Die Feldzüge Alexanders d. Gr. 333
auf dem linken Stromufer wohnenden Geten sich erhoben hatten. ImFrühjahr 335 mit einem Heere aus Amphipolis (nahe dem heutigen Or-phani in Macedonien) aufbrechend. ging er in nordöstlicher Richtungdurch das Gebiet der unabhängigen Thracier Um heutigen Rumili) undlangte nach einem zehntägigen Marsch am Hämusgebirge (heutigen Bal-kan) an. Die Thracier versperrten ihm den Weg, indem sie die Gebirgs-pässe, Aufgänge und Höhen besetzt hielten, wo sie sich hinter Wagen ver-schanzt hatten. Alexander sandte den rechten Flügel seiner Phalanx,mit Bogenschützen davor, auf die Berggipfel von der Seite aus, wo dieseden bequemsten Aufgang boteii. und befahl den Rotten seiner Hopliten,den vom Feinde herabgerollten Wagen überall Platz zu machen und sichzu öffnen; — er selbst warf sicli von links her. an der Spitze seinesAgema zu Fuss mit dem linken Flügel, der noch durch Hypaspiston undAgrianer verstärkt war, mit Ungestüm auf die Thracier. Diese wurdengeworfen, verloren 1500 Mann Todte und mehrere Gefangene, und zer-streuten sich in die Berge unter Zurücklassung ihrer Familien und ihrerBagage in den Händen der Macedonier. Nach Ueberschreitung des Hä-mus rückte Alexander in das Gebiet der Triballer (im heutigen Bulgarien)und zog durch dasselbe zum Ister hin. Ein grosser Theil der Triballerhatte sich mit seinen Familien und seiner Habe auf einer Donauinsel,Peuce (Fichteninsel), verborgen, ebenso eine Menge der unabhängigenThracier. Die übrigen Triballer hatten sich in einen Wald am Ufer desStromes zurückgezogen. Alexander lockte sie zuerst durch seine Bogen-schützen dort heraus und griff sie dann im offenen Felde mit der Phalanxund der in die Flanken derselben vertheilten Reiterei an, schlug sie totalund brachte ihnen einen Verlust von 3000 Mann bei. Am dritten Tagedarnach kam er am Ister an, traf dort einige lange (Kriegs-) Schiffe. dieaus Byzanz zu ihm gestossen waren, setzte soviel Bogenschützen undHopliten darauf, als sie fassen konnten, und griff mit ihnen Peuce an.Aber die geringe Zahl Schiffe und Truppen, die grosse Anzahl der Feinde,der Hagel von Pfeilen, den sie entsandten, die Steilheit der Ufer derInsel und die schnelle Strömung des Ister vereitelten alle Anstrengun-gen Alexander's dort zu landen. Nun beschloss er, sich weiter stromaufzu begeben, den Ister zu überschreiten und die Geten anzugreifen, welchesich auf dem jenseitigen Ufer in einer Stärke von ungefähr 4000 MannReiterei und 10,000 Mann Fussvolk zur Vertheidigung desselben aufgestellthatten. Mit Hülfe von Flössen, aus Fellen construirt. die den Soldatenals Zelte dienten und mit Heu gefüllt waren, setzte er des Nachts mit1500 Reitern und 4000 Mann Fussvolk auf das linke Ufer über. Ver-deckt und in tiefster Stille gegen die Geten anrückend, griff er sie beiTagesanbruch in entwickelter Schlachtordnung an, die Cavallerie aufdem rechten, das Fussvolk auf dem linken Flügel. Durch das plötzliche