332 II. Vom Anfang-der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
that Alexander's war die Unterwerfung des aufständischen thracischenVolksstammes der Mädarer oder Mäder. Er erstürmte ihre Hauptstadt,verjagte die Einwohner derselben, verpflanzte andere aus fremden Stäm-men dorthin und nannte sie Alexandropolis. Im folgenden Jahre,339, rettete er in dem Kampfe Philipp's mit den Triballern im Hämusge-birge seinem Vater das Leben und schlug die Triballer (12. Kapitel,§. 85). Im Jahre 338 nahm er mit Philipp an dessen letztem Feldzug inGriechenland Theil und verrichtete in der Schlacht bei Chäronea Wunderder Tapferkeit, schlug die Thebaner und vernichtete die thebanischeheilige Schaar (12. Kapitel, §. 85). »Mein Sohn«, sagte Philipp zuihm, »suche Dir ein anderes Deiner würdiges Reich: Macedonien ist zuklein für Dich!« Bald aber ward durch die Verstossung der Olympias durchPhilipp das bis dahin ungetrübt gute Verhältniss zwischen dem Vaterund seinem zärtlich geliebten Sohn und das Band der gegenseitigen fastfreundschaftlichen Beziehungen zwischen ihnen gestört. Alexander tratauf die Seite seiner Mutter und entfernte sich mit ihr nach Epirus, um derRache Philipp's zu entgehen (337). Kaum hatte sich dann Philipp mitOlympias und Alexander wieder ausgesöhnt und waren sie aus Epiruszurückgekehrt, als die Ermordung Philipp's dem Alexander den Wegzum Throne bahnte (336).
§. 88.Die ersten Feldzüge Alexander's d. Gr. gegen die Triballer und
lUyrier (335).
Nach Philipp's Tode geriethen ganz Griechenland und alle die vonihm eroberten Gegenden in Bewegung und drohten sich zu empören.Das Schwierige und Gefährliche der Lage Alexander's ward noch ver-mehrt durch die Unbestimmtheit der Ordnung der macedonischen Thron-folge und durch die Ansprüche, welche die Brüder Alexander's, Ptole-mäus und Arrhidäus, und sein Neffe Amyntas darauf erhoben. Abermit Hülfe seiner Anhänger beseitigte Alexander diese Thronprätendenten,wurde zum König von Macedonien gewählt und ging, nachdem er denMörder seines Vaters hatte hinrichten lassen, nach Griechenland. Aufdem Wege dorthin züchtigte er die treubrüchigen Thessalier streng undwurde dann, wie Philipp, auf dem allgemeinen griechischen Reichstagezu Korinth mit der Würde des obersten Anführers der gesammten be-waffneten Streitkräfte Griechenlands gegen Persien bekleidet. Von der' Notwendigkeit durchdrungen, zuerst die innere Sicherheit Macedoniensund die innere Ruhe in Griechenland festzustellen, wendete er sich vorAllem gegen die Triballer, einen der zahlreichen thracischen Stämme,welche am rechten Ufer des Ister oder der unteren Donau, ein wenigoberhalb der Mündungen dieses Stromes wohnten, die im Bunde mit den