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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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334 II- Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

Erscheinen von Alexander's Truppen überrascht und von dem heftigenChoc der macedonischen Reiterei über den Haufen geworfen, flohen dieGeten entsetzt in ihre rückwärts gelegene befestigte Stadt und wolltensich anfänglich in derselben vertheidigen. Aber beim Anblick des dro-henden Anmarsches der macedonischen Phalanx und Reiterei in Schlacht-ordnung, entflohen sie mit ihren Familien und ihren Habseligkeiten in dieSteppe nach Norden. Alexander bemächtigte sich der von Jenen ver-lassenen Stadt, in der sich noch beträchtliche Beute vorfand, zerstörtesie und ging dann auf das rechte Isterufer zurück. Dieser von ihm überdie Geten errungene Sieg machte einen solchen Eindruck auf die be-nachbarten Stämme, dass sie, darunter auch die Bojer und Senonen,Stämme der Celten*) oder Germanen (welche Bezeichnungen dieGriechen nicht selten durch einander warfen) wie auch die Triballer,Geschenke an Alexander schickten und ihm ihre Unterwerfung ankün-digten.

Danach zog Alexander in die Länder der Agrianer und Päonier underfuhr unterwegs, dass die Autariaten, Taulantier und viele andereStämme der unabhängigen, wie der macedonischen Illyrier**) sich gegenihn erhoben hätten, und dass die Autariaten beabsichtigten, ihm den Wegzu verlegen. Langarius, der König oder Heerführer der Agrianer, derschon bei Philipp's Lebzeiten in freundschaftlichen Beziehungen mitAlexander gestanden hatte, fiel aus eigenem Antriebe in das Land derAutariaten ein, plünderte und verwüstete es und hielt dadurch die Au-tariaten im Lande fest. Während dessen aber war Alexander am FlussErigon hinabgezogen (dem heutigen Kutschuk-Karasu, welcher in denVardar mündet, in West-Rumili) und vor Pellium angekommen (etwadas heutige Stoba am Kutschuk-Karasu, östlich von Bitolia oder Mo-

*) Arrian erzählt, dass Alexander die Gesandten der Celten (welche Grossesvon sich- denken) gefragt habe, was ihnen am meisten bange mache auf Erden? Ererwartete als Antwort seinen Namen. Sie aber erwiderten: sie haben bange, derHimmel möchte einmal auf sie herabfallen. Alexander entliess sie lächelnd, undäusserte später, die Celten seien rechte Windbeutel. Anmerk. d. Uebers.

**) Unter der Bezeichnung Illyrienoder Ulyricum verstanden die Römerund Griechen im weiteren Sinne überhaupt das ganze Land südlich der mittlerenDonau bis zum adriatischen' Meere und den Grenzen von Epirus, Macedonien undThracien (ganz so, wie sie unter dem Namen Thracien das Land südlich der unterenDonau oder des Isters begriffen); im engern Sinne speciell nur den Küstenstrich andemOstufer des adriatischen Meeres(das heutige österreichische Illyrien und Dalmatien,türkisch Herzegowina und Albanien, und Tschernagora oder Montenegro) von Istrien(heute Triest) bis zur Save und Drina. Philipp, der Vater Alexander's d. Gr., er-oberte den südlichen Theil, welcher später Griechisch-Illyrien genannt wurde,der andere Theil hiess das unabhängige Illyrien. Die Taulantier gehörten zuden Stämmen des Ersteren, die Autariaten, welche an der Grenze von Macedonienwohnten, zu denen des Letzteren.