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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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12. Die Macedonier. 325

Leukadia und Korcyra zu einem Btindniss mit sich gegen Philipp. DieThebaner, welche die Athener hassten und Philipp fürchteten, schwank-ten lange zwischen den Ersteren und dem Letzteren hin und her: Philippaber beschloss, sie durch Schrecken zum Bündniss mit sich zu zwingen.Rascfr und kühn bemächtigte er sich Elatea's, einer Stadt, die sowohldurch ihre örtliche Lage, als durch die Leichtigkeit, mit der sie Ver-stärkungen aus Thessalien und Macedonien erlangen konnte, durch ihreBeherrschung des Eingangs nach Böotien, und weil sie sowohl die The-baner, als die Athener beunruhigen konnte, höchst wichtig war. Nach-dem er eine starke Besatzung nach Elatea gelegt und die Befestignngs-werke derselben erneut und verstärkt hatte und dadurch nun gegeneinen plötzlichen Einfall sich gesichert wusste, wartete Philipp nur nochauf eine günstige Gelegenheit zur Führung des entscheidenden Schlagesgegen die Athener.

Die Einnahme von Elatea hatte diese aufs Neue in Schrecken ge-setzt. Demosthenes aber ermuthigte sie, trieb sie zu mannhafter hart-näckiger Gegenwehr zu Wasser und zu Lande gegen Philipp und über-redete bei seiner Sendung zu den Thebanern diese zur Verbindung mitden Athenern gegen Philipp, den gemeinschaftlichen Feind. Demnächstrückte nun das athenische Heer nach Theben und wurde freundlich vonden Thebanern aufgenommen und nach Theben selbst eingelassen.

Philipp war während dessen von Elatea nach Böotien gegangen undHess, absichtlich, wie es scheint, zwei Truppencorps vom Feinde schla-gen , welche er vorausgesandt hatte, um hierdurch die Athener undThebaner aus Theben herauszulocken, und stellte endlich sein Heer, inder Stärke von 30,000 Mann Fussvolk und 2000 Reitern bei Chäronea auf,in einer vom Flüsschen Thermodon durchflossenen Ebene, welche dieAction der Phalanx und der Reiterei in vollem Maasse gestattete. Baldrückte auch das Heer der Verbündeten heran, in welchem sich ausser denThebanern und Athenern noch die Hülfstruppen einiger peloponnesischenStädte und mehrerer Inseln des ägäischen Meeres befanden. Numerischwar es stärker, als das HeerPhilipp's, und vom besten Geiste beseelt, abersehr schlecht geführt, nämlich von den Athenern Chares und Lysiklesund dem Thebaner Theogenes, von welchen der Erstere als ganz unfähigbekannt war, der Zweite durch keinerlei Kriegsthaten und Dienste sichhervorgethan hatte, der Letzte sogar stark im Verdacht der Verräthereistand. Alle Drei waren aber notorisch habsüchtige, niedrige, verkäuf-liche Menschen, und von den Anhängern Philipp's ausgewählt worden.

Am 2. August 338 mit Tagesanbruch stellten sich beide Heere, inSchlachtordnung auf. Die Verbündeten hatten die Stadt Chäronea hintersich, neben welcher ihr Lager sich befand, und stellten die Thebaner aufden rechten, die Athener auf den linken Flügel, die thebanische heilige