"324 U. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexandcr's d. Gr.
Engpässen des Hämusgebirges überfielen die Triballer aus einem Hinter-halte das macedonisclie Heer, in der Absiebt es zu vernichten und seinerBeute sich zu bemächtigen. Bei dieser Gelegenheit zeigte Philipp grosseGeistesgegenwart und glänzende persönliche Tapferkeit; von einer Lanzeniedergeworfen und im Fallen verwundet, wurde er durch seinen 17jäh-rigen Sohn Alexander vom Tode errettet, und dieser übernahm den Be-fehl des Heeres und schlug die Triballer aufs Haupt.
Inzwischen hatten die Athener, durch ihre Erfolge|ermuthigt. be-schlossen, gegen Philipp aufs Energischste vorzugehen, hatten ganzGriechenland gegen ihn aufzureizen sich fortgesetzt bemüht und einestarke Flotte ausgerüstet. Aber der athenische Volksredner Aeschinesund Andere, gleich diesem von Philipp bestochen, bereiteten und erleich-terten diesem Letzteren in wirksamster Weise Mittel und Wege zu demendlichen entscheidenden Unternehmen gegen Griechenland. — Die Be-wohner der lokrischen Stadt Amphissa hatten die Ebene von Cirrha be-baut, die fast vor 300 Jahren (im ersten heiligen Kriege gegen Krissa,Cirrha und Anticirrha) durch die Amphiktyonen verwüstet, dem delphi-s*chen Apollo feierlich geweiht und zu ewiger Unfruchtbarkeit geheiligtworden war. Aeschines erhob in der Versammlung der Amphiktyonennun feierliche Anklage gegen die Amphissäer wegen dieses neuen Raubesam Heiligthum und entzündete dadurch den dritten heiligen oderlokrischen Krieg, indem er zugleich den Amphiktyonen vorschlug,Philipp um Uebernahme des Oberbefehls über diejenigen ihrer Truppenzu bitten, welche mit der Bestrafung der Amphissäer und Lokrer beauf-tragt wurden. Sein Vorschlag wurde angenommen, und die Amphiktyo-nen Sandten dem Philipp nach Thracien Gesandte entgegen. Philipp,heuchlerisch Erstaunen bezeigend, zugleich aber seine Achtung vor demWillen der Amphiktyonen betonend, beschloss unverweilt mit einemHeere nach Lokris übers Meer zu setzen (an der Küste des ägäischenMeeres zwischen Phocis und Thessalien) und brachte sogleich die dazuerforderlichen Schiffe zusammen. Da aber die athenische Flotte stärkerwar als die macedonisclie und den Befehl hatte, Philipp's Ueberfahrtzu hindern, so wendete dieser Letztere eine List an: er schickte zu seinemStatthalter Antipater ein leichtes Schiff mit dem schriftlichen Befehl, so-fort nach Thracien zurückzukehren. Schiff und Schreiben wurden vonden Athenern abgefangen, — die athenische Flotte segelte ab und machtedadurch Philipp den Weg nach Griechenland frei (338). Nach erfolgterLandung an der lokrischen Küste und Vereinigung mit einem thebani-schen Hülfscorps schlug Philipp das athenische Söldnerheer, belagerteund unterwarf Amphissa und legte eine starke Garnison in diese Stadt.Von Schrecken ergriffen, traten die Athener in Unterhandlungen milPhilipp, bewogen aber während dessen Euböa, Megara, Korinth, Achaja,