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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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12. Die Macedonier. 323

durch zu veranlassen den thracischen Städten nicht mehr Hülfe zu leisten.Aber die Athener, von Deinosthenes tiberredet, sandten 120 Dreirudererunter Chares' Befehl in die Propontis (Marmora-Meer). Chares wurde in-dessen von den Byzantiern nicht in ihren Hafen eingelassen, da sie seineHabgier kannten, und ward am gegenüberliegenden Ufer des thracischenBosporus bei Chalcedon durch Amyntas, den Anführer der macedoni-nischen Flotte, geschlagen. Nun übergaben die Athener dem Phocion denOberbefehl über ihre Flotte. Schon vor dessen Ankunft hatte Philipp, derByzanz belagerte, versucht, durch einen plötzlichen nächtlichen Ueberfalldiese stark befestigte Stadt einzunehmen, war aber abgeschlagen worden.Phocion, welcher kurz nachher mit einer athenischen Flotte eintraf, er-langte wiederholte Vortheile über Philipp's Truppen, vereitelte alle seineAnstrengungen zur Einnahme von Byzanz, beschützte alle Städte desthracischen Chersones und an der Südküste der Propontis gegen ihn undverheerte das benachbarte macedonische Gebiet (340). Und zu dieserselben Zeit, als Philipp's Waffen solche Niederlagen erlitten, als zahl-reiche Feinde unter der Anführung geschickter Feldherren gegen ihnverbunden waren, entschloss er sich, von einem Ehrgeiz getrieben,welcher über seinen Verstand die Oberhand gewann, sich noch mehr zuschwächen und seine Waffen auch noch nach einer andern Seite zu wen-den. Athäus, der König der Scythen, welche auf der rechten Seite derunteren Donau wohnten, hatte sich mit der Bitte um Hülfe gegen dieIstrier, die die Scythen angegriffen hatten, an ihn gewandt- und ver-sprochen, wenn diese zurückgeschlagen würden. Philipp zum Nachfolgerauf dem Throne der Scythen zu ernennen. Hierdurch verlockt, entsendetePhilipp ein starkes Truppencorps dem Athäus zu Hülfe, indem er zu-gleich versprach, wenn es nöthig. werden sollte, mit seinem ganzen Heerpersönlich nachzukommen (339). Zufällig war aber, als das macedonischeTruppencorps zu Athäus hin aufbrach, der König der Istrier gestorben,und diese, hierdurch in Verwirrung gerathen, waren von Athäus ge-schlagen und verjagt worden. Als das macedonische Corps nun ankam,versagte Athäus, der nun desselben nicht mehr bedurfte, diesem die aus-bedungene Besoldung und Unterhalt, und dem Philipp die Entschädigungfür seinen Verlust. Entschlossen, ihn hierfür zu züchtigen, hob Philippdie Belagerung von Byzanz auf, zog in das Land der Scythen, verwüstetees mit Feuer und Schwert, indem er zu diesem Ende sein Heer in meh-rere getrennt operirende Corps theilte, erlitt in einigen Scharmützeln mitden Scythen Niederlagen, schlug sie in allen übrigen Treffen aber aufsHaupt und kehrte endlich, nachdem er ihnen, wie es scheint, Tributauferlegt hatte, mit einer ungeheueren Beute an Waffen, Streitwagenund Pferden und mit 20,000 Gefangenen [zurück, mit dem Vorsatze,binnen Kurzem die Scythen vollkommen zu unterjochen (339). In den

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