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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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321
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12. Die Macedonier. 321

zwang und zerstörte Philipp Stagira, setzte sich in Besitz von Mecybernaund Torone und schloss Olynth ein, nachdem er die Olynthier zweimalim offenen Felde geschlagen hatte. Nach kurzer EinSchliessung fieldiese Stadt durch Verrath in Philipp's Gewalt, der grausam mit ihr ver-fuhr : die Einwohner wurden in die Sklaverei verkauft, die Stadt ge-plündert und zerstört (348).

Auf diese Weise von einem mächtigen und unruhigen Feinde befreit unddie südlichen Grenzen Macedoniens gesichert habend, führte Philipp nuneinen plötzlichen Angriff zur See aus gegen die eigentlichen Besitzungender Athener: Euböa und die Ufer von Attika und Salamis, plünderte undverwüstete sie und besetzte Euböa mit einem Truppencorps. Die Athe-ner knüpften Unterhandlungen mit ihm an, welche sich in die Längezogen und von Seiten Philipp's so geschickt geführt wurden, dass sie miteinem Friedens vertrage endeten, der ihm den freien Eingang in Grie-chenland fast zu derselben Zeit öffnete, in welcher Philipp die Athenerfast ganz aus Euböa vertrieben hatte (346). Kaum war dieser Vertrag ge-schlossen, so zog Philipp mit einem starken Heere durch die Thermopylen,drang in Phocis ein und beantragte nun bei dem Käthe der Amphiktyonendie Entscheidung des Streites zwischen den Phociern und ihren Gegnern.Der Kath der Amphiktyonen, unter seinem Einfluss handelnd, verur-theite die Phocier als Tempelräuber*) zum Verlust der politischen Frei-heit , verbot ihnen Waffen zu führen, legte ihnen die Zahlung von Ab-gaben auf und verfügte die Zerstörung aller phocischen Städte. Durchdie Ausführung dieses harten Urtheilsspruchs durch sein Heer setztePhilipp dem phocischen Kriege ein Ende (346) und bewies dadurch, biszu welchem Grade sein Einfluss in Griechenland schon gewachsen war.

§.85.

Feldzüge von 345341. Krieg in Thracien (340). Feldzug gegen

die Scythen an der untern Donau (339). Zweiter Feldzug in

Griechenland und Sehlacht bei Chäronea (338).

In den drei folgenden Jahren (345343) machte Philipp einen glück-lichen Feldzug in Illyrien und eroberte den übrigen Theil desselbenbis zum adriatischen Meer, machte Thessalien vollkommen zu einermacedonischen Provinz, befestigte seine Macht in Böotien, Phocis undauf der Insel Euböa, unterwarf einen Theil des Gebietes von Megara,ordnete die Angelegenheiten im Peloponnes, erweiterte die Grenzen vonEpirus, unterdrückte den Aufstand im oberen Thracien, unterwarf meh-rere thracische Stämme und machte dort neue Eroberungen.

*) Die Phocier hatten die Weihgeschenke im Tempel zu Delphi genommen undzu Waffen und Geld eingeschmolzen, daher auch der Name «heiliger Krieg«.

Anmerk. d. Uebers.

Galitz in, AUgem. Kriegsgeschichte. I, 1. 21