320 H- Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
Landgebiet unter die macedonischen Krieger. Von da ging er nach Thes-salien . In dieser Zeit brach in Griechenland der zweiteheiligeKriegaus zwischen den Phociern einerseits und den Thebanern und Lokrernandrerseits. Der Feldherr der Phocier, Onomarchus, fiel in Doris, Lokrisund Böotien ein und sandte, nachdem er Über deren Truppen ziemlich be-deutende Erfolge errungen hatte, seinen Bruder Phayllus mit 7000 Mannnach Thessalien, dem Tyrannen von Pherä, Lykophron, zu Hülfe, der mitden gegen ihn aufgestandenen Thessaliern im Kriege lag. Philipp, aber-mals als Erretter der bedrängten Einwohner in Thessalien erscheinend,schlug, durch diese verstärkt, den Phayllus, belagerte und eroberte dieStadt Pagasä und zog dann gegen die Grenzen von Phocis. Onomarchusrückte ihm mit seiner gesammten Macht entgegen, schlug ihn und zwangihn, aus Thessaiien zurückzugehen (352). Philipp aber zog noch in dem-selben Jahre mit einer neu zusammengebrachten zahlreichen Armeezum zweiten Mal nach Thessalien. Onomarchus rückte ihm abermals ausBöotien entgegen mit 25,000 Mann Fussvolk und 500 Mann Reiterei,wurde aber von dem an Zahl stärkeren Heere Philipp's bei Magnesia aufsHaupt geschlagen und fiel selbst in der Schlacht. Dieser entscheidende»Sieg befestigte das Ansehen Philipp's in Thessalien und brachte dieseProvinz schon fast ganz in seine Macht. Nachdem sich Philipp durchstarke Garnisonen, die er nach Pherä, Pagasä und Magnesia legte, dortfestgesetzt hatte, zog er mit einem starken Heer zu den Thermopylen, inder Absicht, nach Griechenland einzudringen unter dem Vorwand, diemit ihm verbündeten Thebaner, Dorier und Lokrer im heiligen Kriege zuunterstützen. Aber dieser erste Versuch war erfolglos, in Folge seiner zugrossen Eile und Ueberstürzung, und besonders weil die Athener eineFlotte und ein Heer an die Thermopylen gesandt und diesen Pass schonvor Philipp's Eintreffen besetzt hatten. So war er zu seinem Verdrussgezwungen, seiner Absicht, in Griechenland einzudringen, noch auf einigeZeit zu entsagen, und begann nun' seit dieser Zeit auf die Schwächungder Athener zu sinnen, welche allein unter allen Völkern Griechenlandsseinen ehrgeizigen Plänen im Wege standen. Vergebens lenkte Demos-thenes die Aufmerksamkeit der Athener auf Philipp's ungeheure Rüstun-gen : das sorglose und leichtsinnige athenische Volk hörte nicht auf seineWarnungen. Bald hatte Philipp seine Rüstungen beendet; da es ihmaber nicht gelang, Euböa gegen die Athener aufzureizen und sich dieserInsel zu bemächtigen, so wandte er sich mit allen seinen Kräften gegenOlynth (349). Auf des Demosthenes Rath schickten die Athener zweimaleine Flotte und ein Heer nach Olynth zur Hülfe, sie hatten dieselben aberunfähigen Führern anvertraut, welche jedesmal ohne irgend welchenNutzen für Olynth, ohne irgend welchen Schaden für Philipp und ohneden geringsten Erfolg für die Athener zurückkehrten. Inzwischen be-