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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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12. Die Macedonier. 317

verwüsteten das Land ungestraft auf das Grausamste, und zwei Präten-denten auf den macedonischen Thron, Argäus und Pausanias, derErstere von den Athenern, der Zweite von den Thraciern unterstützt,machten dem unmündigen Sohn des Perdikkas, Amyntas, denselbenstreitig.

Mehr als einmal von ihren raubgierigen Nachbarn überwunden,waren die Macedonier dennoch nicht ganz von ihnen unterworfen, be-sassen zahlreiche Festungen und in denselben ein starkes Heer. Philipp'serste That war, unter dem Titel als Regent an Stelle seines Neffen dieGewalt in seine Hand zu nehmen und Macedonien von den Illyriern, Päo-niern und Thraciern zu befreien. Die Ersteren zogen mit der von ihnengemachten Beute von selbst ab, die Päonier und Thracier vermochtePhilipp theils durch freundliche Versprechungen, theils und vorzugsweisedurch Bestechung ihrer habsüchtigen Anführer zu entfernen. In dieserWeise wurde auch Pausanias dazu gebracht, sich unthätig zu verhalten.Hierdurch hatte sich Philipp die Liebe der Macedonier erworben undwurde von ihnen zum König ausgerufen. Nun wandte er sich mit seinerganzen Macht gegen Argäus und die Athener, welche inzwischen miteiner Flotte bei Methone angekommen waren, sich anfänglich nachEdessaoder Aegä, "der alten macedonischen Hauptstadt, aufgemacht hatten,von den Einwohnern aber nicht eingelassen worden waren und nun nachMethone zurückkehrten. Hier stiess Philipp auf sie: zuerst rieb er ihrAvantgardencorps auf und dann schlug er in der bei Methone sich ent-wickelnden Schlacht den Argäus aufs Haupt. Argäus selbst fiel, eingrosser Theil der dem Tode entronnenen Athener und Macedonier wurdegefangen genommen. Gegen die Gefangenen zeigte sich Philipp gross-mttthig in einer für damalige Zeiten seltenen Weise: die Macedonierstellte er in sein Heer ein, indem er nur den Eid der Treue von ihnenverlangte, den Athenern gab er ihre Waffen zurück und entliess sienach Athen. Durch dieses Verfahren, mehr aber noch dadurch, dass erfür einige Zeit seinen Ansprüchen auf Amphipolis entsagte und dessenUnabhängigkeit anzuerkennen bereit war, stimmte er Athen zu seinenGunsten und konnte nun leicht auf diese letztere Bedingung hin einenFriedensvertrag mit Athen schliessen (359). Dann, nachdem er demmacedonischen Heere die oben erwähnte geregelte Organisation gegebenhatte, wandte Philipp seine Waffen gegen die Päonier und Illyrier.Päonien wurde geplündert, verwüstet und gezwungen sich zu unterwerfen.Durch päonische Hülfstruppen verstärkt, unternahm Philipp mit 10,000Mann Fussvolk und 600 Mann Reiterei einen Winterfeldzug gegen dieIllyrier. Der Führer dieses Volks, Bardylis, rückte ihm mit einer grossenMenge Fussvolks und 400 Reitern entgegen und wurde aufs Hauptgeschlagen ,der Ort der Schlacht ist unbekannt). Die Cavallerie von