302 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
rechtzeitig von ihm avertirt, ergriff plötzlich wieder die Waffen, stieg dieAnhöhe hinab und rückte gegen den Feind vor. Epaminondas führte dasViereck des tliebanischen schweren Fussvolks auf dem linken Flügel unddie heilige Schaar persönlich vor und befahl: 1 ; die Reiterei der linkenFlanke solle in gleicher Höhe mit ihm vorrücken und die spartanischeCavallerie zu derselben Zeit angreifen, wenn er den rechten Flügel desfeindlichen Fussvolks attakire: 2) die Reiterei der rechten Flanke solleauf ihrer Stelle bleiben und nur in dem Falle vorgehen, wenn sich ihrdie Möglichkeit darbiete. den Feind mit unbedingt sicherem Erfolge an-zugreifen; 3 der rechte Flügel des schweren Fussvolks (Argiver)solle, wenn es liöthig werde. diese Reiterei unterstützen; und endlich4) solle die ganze übrige schwere Infanterie im Centrum des Heeres derBewegung der heiligen Schaar und des Vierecks folgen. mit vorgezoge-nem linken Flügel.
Sobald die Feinde sein Vorgehen bemerkten, stürzten sie zu denWaffen, was die Verwirrung nur noch vermehrte. Es gelang ihnen aber,sich noch zu ordnen, bevor Epaminondas seinen Stoss gegen sie aus-führen konnte. Die Schlacht begann mit dem Angriff der Reiterei derlinken thebanischen Flanke auf die spartanische Reiterei. Die Ueber-legenheit der Ersteren an Zahl und Beschaffenheit und die Mitwirkungihres leichten Fussvolks brachten die spartanische Reiterei sofort zumWeichen, wobei sie ganz zersprengt wurde. Während die thebanischeReiterei sie verfolgte, führte die heilige Schaar und das Viereck desschweren Fussvolks, Epaminondas an der Spitze, einen furchtbarenFrontalstoss auf den rechten Flügel des feindlichen Heeres aus fd. h. aufdas mantine'ische und spartanische Fussvolkl — und nach einem heftigenund erbitterten Kampfe wurde dieses durchbrochen, in Verwirrung ge-bracht und zurückgeworfen, und das schwere spartanische Fussvolk,das'kämpfend zurückging, lebhaft verfolgt. Das Centrum des sparta-nischen Heeres ergriff die Flucht, als es die Niederlage seines rechtenFlügels und das Vorrücken des thebanischen Centrums in der Front ge-wahr wurde. Die Athener, Fussvolk und Reiterei, und ebenso die ele'ischeReiterei auf dem linken Flügel des spartanischen Heeres blieben aberfest auf ihrem Platze stehen. Gegen sie brach nun die Reiterei derrechten thebanischen Flanke vor. Als diese die Niederlage des rechtenfeindlichen Flügels und die Flucht des Centrums sah, hielt sie den Augen-blick gekommen, wo sie ihren Choc ausführen könne, stürzte sich aufdie entgegenstehende athenische Reiterei, warf sie und griff nun dasathenische Fussvolk in Flanke und Rücken an; jetzt aber, selbst vonder ele'ischen Reiterei in der Flanke gefasst und von der athenischen aufsNeue attakirt, wurde sie zurückgeworfen und genöthigt, in die zu Anfangder Schlacht innegehabte Stellung zurückzugehen. Dessen ungeachtet