11; Krieg zwischen Sparta u. Theben. Agesilaus, Pelopidas u. Epaminondas. 301
Während dessen war das Heer der mit Sparta Verbündeten derKürze halber nennen wir es von jetzt an das spartanische, wie jenes desEpaminondas das thebanische in seiner früheren Stellung bei Mantineastehen geblieben. Durch die herangekommenen athenischen Trappennoch verstärkt, bestand es jetzt, nach Diodor, aus ungefähr 20,000 MannFussvolk und etwa 2000 Mann Reiterei. Einer Verabredung zwischenden Verbündeten gemäss sollte der Oberbefehl über das Ganze den Feld-herren desjenigen Staates zustehen, in dessen Gebiet sich das Heer be-fand und dessen Regierung die allgemeine obere Leitung hatte. Deshalbcommandirten hier, im Gebiet der Mantineer, mantine'ische Führer, undstand das mantine'ische Fussvolk auf dem rechten Flügel. Neben diesemstanden die Spartaner, in der Mitte die Arkadier, Eleer und Achäer, —auf dem linken Flügel das athenische Fussvolk. Die spartanische Reitereiwar in der rechten, die athenische in der linken Flanke des Fuss-volks aufgestellt, die elei'sche hinter dem achäischen und athenischenFussvolk.
Da es ihm nicht gelang, das spartanische Heer aus seiner Stellunghervorzulocken, die Lebensmittel zu mangeln begannen, auch das Jahrseiner Commando-Führung sich dem Ende nahte und die Zeit der Ent-lassung der verbündeten Truppen herankam, ein grosser Coup undglänzender Erfolg ihm aber durchaus erforderlich schien, so beschlossEpaminondas jetzt, unverweilt das spartanische Heer anzugreifen, undrückte von Tegea nach Mantinea, die heilige Schaar und die thebanischeschwere Infanterie an der Tete. Nachdem er bei seiner Annäherung anMantinea (4* Juni 362) Stärke und Stellung des Feindes recognoscirthatte, entschied er sich, wie bei Leuktra, für einen Angriff mit seinemverstärkten linken Flügel auf den feindlichen rechten in der schrägenSchlachtordnung. Zu diesem Zweck stellte er sein Heer in folgenderWeise auf: das thebanische schwere Fussvolk auf dem linken Flügel,das argivische auf dem rechten, der Rest in der Mitte, die Reiterei mitdem leichten Fussvolk untermischt auf den Flanken, und zwar der grös-sere Theil derselben auf der linken, der kleinere auf der rechten Flanke.Den linken Flügel der thebanischen Phalanx formirte er in eben solchemViereck wie bei Leuktra, und ebenso wurde die heilige Schaar auf dielinke Flanke postirt. In dieser Ordnung rückte er vor; auf einer Anhöhe,welche der gegenüber lag, auf welcher das spartanische Heer stand,machte er Halt und befahl die Waffen niederzulegen, gleich als ob sie einLager schlagen wollten. Hierdurch getäuscht befahlen die feindlichenFeldherren, in dem Glauben, dass Epaminondas an diesem Tage nichtmehr zu schlagen beabsichtige, ebenfalls die Waffen niederzulegen , wo-durch in ihrem Heere eine gewisse Unordnung entstand und die Spannungzum Kampfe sich legte. Das hatte Epaminondas nur erwartet: sein Heer,