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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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300 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

Sparta vorhandenen Bürger, sogar die Greise. Knaben und Weiber, undvertheilte sie an der Lisiere und im Innern der Stadt in der für die Ver-teidigung derselben vortheilhaftesten Weise.

Bei Sparta angekommen führte Epaminondas. nach des PolybiusAngabe, sogleich einen Angriff auf die Stadt aus und drang bis zurAgora selbst vor (dem Hauptmarktplatz inmitten der Stadt, wo die allge-meinen Volksversammlungen stattfanden . ging dann aber wieder zurück,vermuthlich weil- er zurückgeschlagen war. Die übrigen Schriftsteller:Xenophon. Diodor, Cornelius Nepos und Plutarch erwähnen hiervonNichts, sondern sagen nur, dass Epaminondas Sparta nicht habe voneiner der Seiten angreifen wollen, wo das Vorterrain offen und eben war,von woher die Spartaner den Angriff besonders erwarteten und wo sieden äussersten Widerstand vorbereitet hatten, sondern dass er auf Um-wegen eine Höhe besetzt habe, von' der aus er bequemer die Spartanerheftig habe mit Bögen beschiessen lassen können. Xenophon fügt nochhinzu, dass kaum Agesilaus mit nicht mehr als 100 Spartanern gegen dievon Epaminondas besetzte Höhe vorgegangen sei. um sie wegzunehmen,so haben die Krieger des Epaminondas, über diesen Angriff erstaunt, sichschleunigst von dieser Anhöhe zur Flucht gewendet, seien verfolgt wor-den und hätten mehrere Leute verloren, und dass die Thebaner umdie Herausgabe ihrer gefallenen Krieger gebeten und damit sich für be-siegt erklärt hätten. Diese Angabe des Xenophon verdient indess keinenGlauben. Es wird richtiger sein, anzunehmen, dass Epaminondas, ge-täuscht in seiner Hoffnung. Sparta durch einen unvermutheten Ueberfallin seinen Besitz zu bringen, und ausserdem an Lebensmitteln Mangelleidend, ohne Kampf von Sparta nach Tegea zurückging. Hier blieb ermit seinem Fussvolk, um nach einem forcirten. raschen und beschwer-lichen Marsche durch die Berge diesem eine kurze Buhe zu geben. SeineReiterei schickte er, in der Voraussetzung, dass die Mantineer, seineEntfernung benutzend. mit Sklaven und Vieh zur Ernte ausgezogen seinwürden, nach Mantinea voraus, um dort durch einen unvermuthetenUeberfall Ernte. Sklaven und Vieh wegzunehmen. Hierdurch wollte er,wie es scheint, das feindliche Heer aus seiner Stellung hervorlocken. DieMantineer befanden sich in der That bei der Ernte und, durch das plötz-liche" Erscheinen der Reiterei des Epaminondas in Angst versetzt, batensie ein kleines, eben erst aus Eleusis durch Kleonä nach Mantinea ge-kommenes athenisches Cavalleriecorps um Hülfe. Obgleich Reiter undPferde dieses Corps durch den angestrengten schnellen Marsch aufsAeusserste erschöpft waren, so gingen, auf die dringenden Vorstellungender Mantineer, dennoch diese Athener der an Zahl und Beschaffen-heit überlegenen Reiterei des Epaminondas entgegen und errangen indem nun folgenden Reitergefecht, nach Xenophon's Angabe, einen Er-folg, was jedoch sehr zweifelhaft erscheint.