298 II. Vom Anfang der grieeh.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d: Gr.
tien Krieg geführt, trotzdem beide Provinzen unmittelbar an einandergrenzten. Jetzt fasste Epaminondas den kühnen Gedanken, den Athenerndie Herrschaft zur See zu entreisseu und Theben zu einem Seestaate zumachen. Er baute eine Flotte, führte sie persönlich und beschützteRhodus, Chios und Byzanz gegen die Angriffe der athenischen Flotte,welche Laches befehligte (365'. Timotheus aber, der Oberbefehlshaberder athenischen Streitkräfte zu Lande und zur See, entsetzte das von denThebanern belagerte Cyzikus iu Kleinasien und entriss ihnen Toroneund Potidäa an der macedonischen Küste. Schliesslich behaupteten dieAthener überall ihre Herrschaft zur See, da Epaminondas durch die fol-genden Ereignisse gezwungen wurde, seine Ideen bezüglich der Seeherr-schaft aufzugeben.
§.77..Krieg im Peloponnes (364—362). — Vierter und letzter Feldzug desEpaminondas im Peloponnes (362). — Zweite Schlacht bei Mantinea.
Allgemeiner Friede.
In den Jahren 364 und 363 wurde der Peloponnes fortgesetzt durchBürgerkriege zerrüttet. Die Haupturheber hiervon und die Hauptbe-theiligten waren die Arkadier, welche nicht mehr mit Theben, sondernmit Athen verbündet waren. Aber mit dem Tode des Hauptes des arka-dischen Bundes, Lykomedes, der durch die verbannten arkadischenAristokraten ermordet wurde, zerfiel auch das Bündniss zwischen Arka-dien und Athen. Arkadien theilte sich in zwei einander feindliche Par-teien : die eine hielt sich zu Theben, die andere zu Athen und Sparta.Hierdurch wurde die Verwirrung im Peloponnes noch vermehrt. Um der-selben ein Ende zu machen und den Einfluss Thebens im Peloponnes zubefestigen, beschloss. Epaminondas abermals mit einem Heere dort ein-zurücken. Dagegen schlössen Sparta, Athen, Elis und ein Theil von' Arkadien und Achaja ein enges Bündniss unter einander und rüstetengegen Theben.
Durch die Truppen der mit Theben verbündeten Städte Euböas undvon Lokris und zahlreiche Hülfstruppen verstärkt, welche Alexander vonPherä und die Städte Thessaliens geschickt hatten, eilte Epaminondasim Jahre 362 seinen Gegnern auf der korinthischen Landenge zuvorzu-kommen. Dies gelang ihm, und nun blieb er bei Nemea stehen , in derHoffnung, hier das athenische Heer zu treffen und zu schlagen , welchesim Begriff stand sich mit den Truppen des spartanischen Bundes zu ver-einigen. Die Athener aber hatten vorsichtiger Weise ihr Heer zur Seenach Lakomen geschickt, und Epaminondas zog nun nach Tegea. Hierstiessen die Truppen der den Thebanern verbündeten Peloponnesier zuihm : Argiver , Messenier und aus den arkadischen Städten Megalopolis,