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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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11. Krieg zwischen Sparta u. Theben. Agesilaus, Pelopidas u. Epaminondas. 297

durch Nichts von Bedeutung sind, wechselten die politischen Beziehungender streitenden Parteien. So schloss Arkadien ein Bündniss mit Athen;Korinth, Phlius und Epidaurus dagegen mit Theben.

§.76.

Dritter Feldzug des Pelopidas in Thessalien (365). Thaten des

Epaminondas zur See.

Die erneuten Grausamkeiten Alexander's von Pherä nöthigten dieThessalier abermals, von Theben Hülfe und den Pelopidas als Anführerzu erbitten, und in Folge dessen wurde Pelopidas auch wieder mit7000 Mann nach Thessalien geschickt (365 . Er zog durch die Thermo-pylen dorthin, beging aber den Fehler, vielleicht zu sehr auf die Ueber-legenheit des böotischen schweren Fussvolks siöh verlassend, den Angriffauf Alexander, der ihn mit einer weit überlegenen Truppenmacht (20,000Mann) in einer festen und günstigen Stellung bei Cynoscephalä erwar-tete . zu übereilen. Gleich beim Beginn der hier sich entwickelndenSchlacht wurde Alexander's Reiterei von der des Pelopidas geworfen. Daaber Alexander's Fussvolk die Höhen besetzt hielt. welche das Heer desPelopidas umschlossen, so musste dieses sich zurückziehen. Pelopidasstürmte mit seiner Reiterei vorwärts, um das Gefecht wieder herzustellen,warf die Thessalier, stürzte sich auf Alexander selbst, wurde hier abergetödtet. Hierdurch zur Wuth entflammt machten die Thebaner einenerneuten noch heftigeren Angriff und schlugen endlich das Heer Alexan-der's mit schwerem Verluste in die Flucht; es hatte 3000 Mann verloren.So erzählen Diodor, Cornelius Nepos und Plutarch. Aus Xenophon's unddes Polybius Darstellung geht hervor, dass die Schlacht bei Cynoscephalävon keinem entscheidenden Erfolge war, weder für die eine, noch für dieandere Seite. Nach dem Tode des Pelopidas blieb das thebanische Heer nochin Thessalien und errang, wie Diodor und Plutarch angeben. noch einenzweiten Sieg über Alexander, der aufs Haupt geschlagen wurde: Xeuo-phon und Polybius erwähnen Nichts davon. Ueberhaupt sind die näherenUmstände des thessalischen Krieges wenig bekannt. Verbürgt ist in-dessen, dass er mit einem für Theben wie für Thessalien gleich vortheil-haften Frieden und mit einem Bündniss zwischen den Thebanern undAlexander von Pherä endete, und dass der Letztere durch Vermittlungder Thebaner mit den thessalischen Städten sich aussöhnte.

So waren denn, Dank dem Pelopidas und Epaminondas, die theba-nischen Waffen in Süd und Nord. im Peloponnes wie in Thessalien vonErfolg gekrönt. Aber bislang hatte Theben den Krieg nur auf dem Fest-lande von Griechenland geführt, und in diesem Kriege hatten die Athenerwie die Thebaner sich nur in fremdem Dienste gegenüber gestanden undnicht ein einziges Mal die Thebaner in Attika. die Athener in Böo-