Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
Seite
294
Einzelbild herunterladen
 

204 . II. Vom Anfang' der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

tend nachstehend, blieben die spartanisch-athenischen Truppen in ihrerVertheidigimgsstelhmg unter dem Schutze der Mauern Korinths stehen,wiesen, unter Chabrias' Befehlen , den Angriff der Thebaner und ihrerVerbündeten auf einige der Thore dieser Stadt zurück, Messen sie aberungestört das Gebiet derselben und von Epidaurus plündern und ver-wüsten. Bald veranlassten aber die Feindseligkeiten, welche Alexander,Tyrann von Pherä, gegen die nördlichen Verbündeten der Thebaner er-öffnet hatte, den Epaminondas, aus dem Peloponnes nach Böotien zueilen. Nach seiner Entfernung erfochten die Hülfstruppen, welche Dio-nysius der Aeltere, Tyrann von Syrakus, .zur Unterstützung von Spartagesandt hatte, aus gallischem (Gelten) und hispanischem (Iberer) Fussvolkund aus griechisch - sicilischer Keiterei bestehend, nicht unwichtige Er-folge über die Verbündeten der Thebaner im-Peloponnes, thaten ihnenvielen Abbruch und kehrten mit der ihnen abgenommenen reichen Beutenach Sicilien zurück.

Von einem traurigen Geschick bedroht, wendete sich Sparta in-zwischen abermals an die Perser, und es erschien darauf in Griechen-land ein gewisser Philiskus , Grieche aus Abydus, als Abgesandter vondem persischen Satrapen Bithyniens, Ariobarzanes, und unter dem An-erbieten der Vermittelung des Artaxerxes behufs Abschluss eines allge-meinen Friedens bei den Griechen (368). Die Thebaner wollten aberdurchaus nicht zugeben, dass Messenien neuerdings unter die Botmässig-keit von Sparta kommen sollte. Nun versorgte Philiskus, der daran ver-zweifelte, Griechenland zum Frieden zu bewegen, die Spartaner mit demihm von Ariobarzanes gegebenen Gelde, und bald nachher fiel Archidamus,des Agesilaus Sohn, mit den mit Hülfe dieses Geldes geworbenen Söld-nern und frischen aus Sicilien herbeigekommenen syrakusischen Hülfs-truppen in Arkadien ein. Die Arkadier hatten, geleitet von ihrem vor-nehmen, befähigten und ehrgeizigen Mitbürger Lykomedes, in demStreben nach gleicher Macht mit den Thebanern ihre Verbindung mitdiesen und mit den Eleern schon ganz abgebrochen, und unter Lykome-des' Führung im Peloponnes viele wichtige Erfolge über die Spartanerund Athener erlangt. Nachdem aber Archidamus in Arkadien eingerücktwar, brachte er dem vereinten arkadisch-argivisch-messenischen Heereeine bedeutende Niederlage bei (368), in einem Gefecht, in welchem,nachDiodor, mehr als 10,000 Mann der Verbündeten und kein einzigerSpartaner fiel (weshalb die Spartaner diesen Sieg auch den thränen-1 o s en nannten). Der Sieg des Archidamus setzte den Erfolgen der Arka-dier ein Ende und war, wie weiter unten gezeigt werden wird, auchnicht ohne günstige Folgen für Sparta.