292 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
schlössen, von Sparta aus den Eurotas hinab zum Meere und dann durchMessenien aus dem Peloponnes nach Böotien zu ziehen.
Aus diesen sich widersprechenden Erzählungen (von denen die desXenophon am wenigsten zuverlässig ist) kann man im Allgemeinen ent-nehmen, dass Epaminondas und Pelopidas zuerst die Spartaner aus Spartaherauslocken wollten, um sie im offenen Felde zu schlagen, dass aberAgesilaus nicht wagte, aus Sparta herauszugehen und den Kampf in derStadt annehmen wollte. Da beschlossen die Böotarchen den Eurotas zuÜberschreiten und Sparta anzugreifen. Aber entweder wurde nun dieserAngriff nur mit einem Theil der Kräfte ausgeführt und zurückgeschlagen,oder die Böotarchen, welche des Agesilaus Heer auf den Höhen inmittender Stadt aufgestellt sahen und nicht wussten. welche Vertheidigungs-massregeln Agesilaus noch ausserhalb der Stadt getroffen haben möchte,auch vielleicht die verzweifelte Gegenwehr und das furchtbare Blutver-giessen innerhalb der Stadt fürchteten, welche sich ferner nicht auf ihreverbündeten Truppen verlassen konnten, nicht stark genug waren, sie inZucht und Ordnung zu erhalten, welche ausserdem durch die eigenmäch-tige Entfernung eines grossen Theils derselben geschwächt, an Lebens-mitteln Mangel litten, und endlich von dem Anmarsch der Hülfstruppenaus dem nordwestlichen Peloponnes nach Sparta und von der Bewegungdes Iphikrates mit seinem athenischen Heere in den Peloponnes erfahrenhatten, — machten überhaupt gar keinen Angriff auf Sparta und beschlos-sen, von Sparta und aus dem Peloponnes abzuziehen.
. In jedem Fall ist nur das unzweifelhaft, dass sie, oder besser gesagt,Epaminondas und Pelopidas schon vor dem Eückmarsch aus Lakonienund dem Peloponnes beschlossen hatten, die Verheerung des Ersteren zuvollenden und die Freiheit und Selbständigkeit Messeniens herzustellen.Demzufolge zog das thebanische Heer am rechten Ufer des Eurotas hinab,Städte und Dörfer ausplündernd, das Land verwüstend und Alles denFlammen übergebend. So gelangte es ohne Widerstand nach Gythium, amUfer des Meeres, und griff, nach Xenophon's Angabe, drei Tage lang dieseStadt an, — wahrscheinlicher aber ist die Aussage der übrigen Schrift-steller, wonach diese Stadt genommen wurde und die Schiffsvorräthe,welche sich darin befanden, — die einzigen, welche Sparta hatte, — zerstörtwurden. In Messenien, das man nun erreichte, stellten die Böotarchen dieUnabhängigkeit der Messenier her, die sich so viele Jahrhunderte hin-durch unter dem Joch der Spartaner befunden hatten, gründeten und be-festigten hierfür am Fusse des Berges Ithome eine neue Stadt, Messenegenannt. Hessen eine thebanische Garnison darin zurück und zogen dannzu der Landenge von Korinth.
Auf dem Wege von Tegea nach Argos , da sie nur noch die thebani-schen Truppen und jene Hülfstruppen der nördlichen thebanischen Ver-