28 6 II- Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
mit 32 Rotten Frontbreite und 48 Gliedern Tiefe, — also 1536 Hopliten.Das Centrum und den rechten Flügel seiner Phalanx (die übrigen 4464Hopliten) stellte er nur acht Glieder tief und gab ihnen alles leichteFussvolk bei. *; Die heilige Schaar stand in der linken Flanke seinesVierecks. Die Aufstellung der spartanischen Reiterei vor der spartani-schen Phalanx veranlasste ihn. um diesen Fehler auszunutzen, seinevorzügliche thessalische Reiterei gleichfalls vor seinem linken Flügel,der spartanischen gegenüber aufzustellen. Nachdem er sein thebanischesHeer in dieser Weise disponirt hatte, führte er persönlich sein Schlachten-viereck direct auf die Mitte und die rechte Flanke der spartanischenPhalanx los.
Erstaunt über den Anblick der für sie neuen Formation und den An-marsch der Thebauer, dehnten die Spartaner — nach Xenophon's,Plutarch's und der übrigen Schriftsteller Darstellung — ihren rech-ten Flügel aus , d. h. sie verlängerten ihre eigene Phalanx nach rechtshin, um Epaminondas in der Front aufzuhalten und ihn zu verhindern,ihre Phalanx in Flanke und Rücken zu fassen. Aber mit dieser Bewegungder spartanischen Phalanx in Reihen nach rechts hin entstand zugleichzwischen ihr und der Mitte der spartanischen Aufstellung ein Zwischen-raum, der sich mehr und mehr vergrösserte, die thessalische Reitereiattakirte die spartanische und warf sie auf die hinter dieser marschirendespartanische Phalanx. Hierdurch in Unordnung gebracht und ausserStandes die Front herzustellen, wurde die spartanische Phalanx in Frontvon dem thebanischen Viereck, in Flanke und Rücken von der heiligenSchaar mit Ungestüm angegriffen. Es erfolgte ein erbittertes und bluti-ges Handgemenge, in welchem Kleombrotus gleich einer der Ersten tödt-lich verwundet wurde und mit ihm eine Menge spartanischer Officiereund Hopliten fielen. Endlich war die spartanische Phalanx von dem the-banischen Viereck durchbrochen und mit ungeheurem Verluste ging siein ziemlicher Unordnung in das rückwärts gelegene Lager zurück. Wäh-rend die thessalische Reiterei sie verfolgte, wendete sich Epaminondasmit dem Viereck und der heiligen Schaar nach rechts gegen die Mitte desfeindlichen Heeres, die nun in ihrer rechten Flanke ungedeckt war. Vonrechts her bedroht durch diese, in der Front von dem übrigen thebani-schen Heere, konnten das feindliche Centrum und der linke Flügel demAngriff nicht Stand halten, sondern flohen ins Lager zurück ohne tiber-
*) Wenn angenommen wird, dass die gewöhnliche Tiefe der thebanischen Pha-lanx acht Glieder betrug, so ist mit Wahrscheinlichkeit zu schliessen, dass die the-banische Schlachtcolonne entweder 1) aus sechs Theilen bestand, jeder zu 32 EottenFront und acht Gliedern Tiefe, einer hinter dem andern stehend, — oder, was wahr-scheinlicher, dass 2) sie aus zwölf Theilen bestand, jeder IG Eotten breit und achtEotten tief und zu Zweien in einer Eeihe hinter einander aufgestellt.