282 H. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
auf die Vertheidigung des Peloponnes bedaeht zu sein. Darauf sich nachKorcyra wendend gelang es ihm. diese reiche und mächtige Insel, welcheeine ziemlich bedeutende Flotte besass, auf die Seite von Athen zubringen. Sparta missgönnte Athen diese Verstärkung seiner Seemachtund fürchtete sie zugleich, es schickte also 55 Dreiruderer unter des Niko-lochus Befehl nach Korcyra. Timotheus aber schlug diesen bei Korcyraund zog nun die korcyrischen Schiffe, 70 Dreiruderer, als Verstärkung ansich. Der gänzliche Mangel an Geld zur Weiterfuhrung des Kriegeszwang indessen die Athener dazu, den Frieden mit Sparta nachzu-suchen. Der Friede wurde geschlossen, — aber sofort wieder von Spartagebrochen, unter dem Vorwande, dass Timotheus bei der Rückkehr mitseiner Flotte nach Athen die Heimkehr einiger aus Zakynthus Verbannternach dieser Insel begünstigt habe. Den Umstand benutzend, dass dieathenische Flotte schon aufgelöst war, schickte die spartanische Regie-rung 60 Triremen unter Mnasippus' Führung nach Korcyra, um dieseInsel wieder sich zu unterwerfen. Mnasippus belagerte die Hauptstadtderselben, Korcyra; aber die Einwohner vertheidigten sich hartnäckig undlange, und inzwischen schickten die Athener ihnen Iphikrates mit einerFlotte zu Hülfe. Iphikrates beschäftigte während der Dauer seinesHerumsegeins um den Peloponnes die Mannschaft auf seiner Flotte fort-während mit Seemanövers und Uebungen, hielt sich stets in Kampfbe-reitschaft und setzte, in dem Streben seine Fahrt thunlichst abzukürzen,sie gegen alle sonstige Gewohnheit sogar des Nachts fort. An derMündung des Flusses Alpheus in Elis) angekommen, erfuhr er, dass beieinem Ausfall der Korcyräer Mnasippus geschlagen und getödtet wordenwar und die Reste seines Heeres in den Peloponnes zurückgekehrt seien.Nun wandte sich Iphikrates zur Insel Cephallenia, brachte sie unterathenische Oberhoheit, nahm dann bei Korcyra neun Triremen weg,welche der ältere Dionys, Tyrann von Syrakus, dorthin gesandt hatte,um die spartanische Flotte zu verstärken, befestigte den Einfluss vonAthen in Akarnanien und rüstete sich, nachdem er seine Flotte auf 90Dreiruderer verstärkt hatte, zum Angriff auf den Peloponnes (372). Aberzu dieser selben Zeit knüpfte Athen abermals Friedensunterhandlungenmit Sparta an.
§• 72.
Allgemeiner Frieden, mit Ausschluss von Theben; Krieg Spartas
gegen Theben allein; Sehlacht bei Leuktra (372—371).
Die Gründe, welche die Athener bewogen, um Frieden bei Spartanachzusuchen, bestanden 1) in dem Mangel an Geldmitteln zur Fort-setzung des Krieges, 2 in der Erstarkung Thebens, die für dasselbe dieHülfe Athens bereits entbehrlich machte, und 3) in der Unzufriedenheit