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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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278 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

Er gelangte aber nicht vor Tagesanbruch in denPiräeus und kehrt deshalbnach Thespiä zurück, indem er einige am Wege durch Attika gelegeneDorf Schäften ausplünderte und anzündete. Die Athener beschwerten sichdarüber in Sparta; als er aber trotzdem auf des Agesilaus Verwendungfreigesprochen wurde, schlugen sie sich sofort auf die Seite der Theba-ner, sandten ihnen Chabrias mit einem Corps von Hülfstruppen hin undbegannen eine mächtige Flotte auszurüsten, um den Krieg gegen Spartazur See zu führen (378).

Sparta sandte seinerseits ein Heer wieder nach Böotien zurück, dies-mal unter Befehl des Agesilaus, der sich jetzt der Uebernahme des Ober-befehls nicht länger weigern konnte (378).

Nun beginnt ein, fast sieben Jahre (378371) ununterbrochen biszur Schlacht bei Leuktra sich fortsetzender Krieg in Böotien, der höchstinteressant ist durch die Geschicklichkeit und die beständigen Erfolge,mit denen die Thebaner ihn führten. Auf spartanischer Seite verdienenin diesem Kriege nur die Thaten des Agesilaus in den ersten zwei Jahren' k 378377) einige Aufmerksamkeit.

Den ersten Feldzug im Jahre 378 begann Agesilaus damit, dass ersich die Mittel zum Durchzuge aus dem Peloponnes nach Böotien sicherte,was durch die Vereinigung von Athen mit Theben schon sehr erschwertwar. Um nach Böotien gelangen zu können, war es unbedingt erforder-lich, sich in den Besitz der Bergpässe zu setzen, welche zwischen dieserProvinz und Attika liegen. Zur Erreichung dieses Zieles war dem Age-silaus ein Krieg zwischen den Orchomeniern und Klitoriern, den Bürgerneiner mit Orchomenus benachbarten Stadt, sehr gelegen, den er gewandtund glücklich ausnutzte. Er befahl beiden Theilen , den Krieg sogleichzu beenden, und forderte, dass die Miethstruppen der Klitorier die Ge-birgspässe zwischen Böotien und Attika besetzen sollten, wogegen erversprach das Land der Klitorier gegen Einfälle von aussen zu schützen.Die Orchomenier und Klitorier wagten nicht ungehorsam zu sein, ausFurcht vor Spartas Bache, und der Weg nach Böotien stand demAgesilaus offen. Die thebanische Regierung ergriff während dessen alleirgend möglichen Massregeln zur Befreiung und zum Schutz des theba-nischen Gebietes und warf an den Grenzen desselben eine Linie von Ver-schanzungen auf. Da aber das thebanische Heer nur schwach an Zahlwar und zur Besetzuug und Vertheidigung der ganzen Linie nicht hin-reichte, so war in Folge dessen die Linie auf allen Punkten schwach be-setzt, und Agesilaus vermochte sie ohne Mühe zu durchbrechen. Indessenkonnte er die Thebaner nicht zu einer allgemeinen Schlacht zwingen,der sie beständig auswichen, indem sie sich hinter ihre Verschanzungenzurückzogen. Deshalb kehrte er, nachdem er im thebanischeu Gebietbis Theben hin gesengt und geplündert hatte, in den Peloponnes zurück.