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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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11. Krieg zwischen Sparta u. Theben. Agesilaus, Pelopidas u. Epaminondas. 277

Burg Kadmea von Theben bemächtigt, spartanische Besatzung hinein ge-legt, die demokratische Begierungsform von Theben durch eine oligarchi-sche ersetzt und diesen ganzen Staat sich vollkommen unterworfenNachdem nach zweijähriger mühevoller Belagerung Olynths die Ein-nahme dieser reichen und mächtigen an der Küste Macedoniens gelege-nen griechischen Stadt, um welche sich unter ihrem Vorsitz ein Bund zuformiren begonnen hatte, durch spartanische Truppen erfolgt war, schienin Griechenland kein einziger Staat', ja nicht mehr eine einzige Stadtvorhanden zu sein, welche gegen Sparta sich aufzulehnen gewagt undvermocht hätte. Doch plötzlich trat in Theben eine Umwälzung ein undänderte Alles. Einige der verbannten thebanischen Demokraten (unterdenen sich auch der in der Folge so berühmte Pelopidas befand) gelang-ten im December 379 heimlich nach Theben hinein, ermordeten die An-führer der oligarchischen Partei und bemächtigten sich der Burg Kadmea,deren spartanische Besatzung, der Lebensmittel ermangelnd, auf dieBedingung freien Abzugs sie tibergab (im Januar 378).

Nun erklärten die Thebaner sich für frei und unabhängig, setztendie demokratische Begierungsform wieder ein und bereiteten sich zurhartnäckigsten Vertheidigung. Die spartanische Regierung schickte so-fort ein Heer nach Böotien, dessen Oberbefehl, nachdem Agesilaus ihnunter dem Vorwand seines Alters abgelehnt hatte, dem andern spartani-schen Könige, dem jugendlichen Kleombrotus, tibertragen wurde , mitdem Befehle, die Unabhängigkeit der böotischen Städte von Theben undihre Autonomie aufrecht zu erhalten.

Erste Hälfte des Krieges bis zur Schlacht bei Leuktra incl. (378371).

§. 70.Krieg in Böotien. Thaten des Agesilaus und Pelopidas.

Kleombrotus beschränkte sich bei seinem Einzüge in Böotien aufbuchstäbliche Befolgung des ihm gegebenen Befehls: er setzte in dieböotischen Städte Harmosten*) oder Regierungen ein mit spartanischenGarnisonen, und kehrte mit seiner Hauptmacht dann in den Peloponneszurück. Nach seiner Entfernung unternahm der Harmost von Thespiä.Sphodrias, wahrscheinlich von den Thebanern bestochen, aus eigneihAntriebe einen Zug nach dem athenischen Hafen Piräeus, in der Absicht,durch einen plötzlichen Ueberfall sich in den Besitz desselben zu setzen.

*) So hiessen die Statthalter, welche die Lacedämonier in eroberte Städte ein-zusetzen pflegten. Anmerk. d. Uebers.