274 H. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
asien. Der Thätigkeit. Umsicht und besonders dem Glück des Diphridasgelang es, die Lage der Dinge in Kleinasien für Sparta erheblich besserzu gestalten und sogar Geldmittel zu Anwerbung und Unterhalt frischerMiethstruppen aufzutreiben. Teleutias aber, Agesilaus' Bruder, der 390mit einem kleinen Geschwader nach Rhodus gesandt wurde, vermochtenicht diese den Athenern verbündete Insel ihuen zu entreissen.
Auf Seiten der Athener war dagegen Thrasybul mit 40 athenischenDreiruderern in den Hellespont gesegelt und hatte die demokratischePartei in den sich ihm ergebenden Städten: Byzanz, Chalcedon, in fastallen Städten von Lesbos, auf der Insel Thasus, und endlich (im Früh-jahr 3891 in Aspendus unterstützt. Aber die durch die Plünderungen,welche Thrasybul's Truppen ausführten, wüthend gewordenen Einwoh-ner von Aspendus überfielen diese Nachts unvermuthet, zerstreuten sie,erschlugen Thrasybul selbst und fielen wieder von Athen ab. An Thra-sybul's Stelle wurde Iphikrates mit 8 Dreiruderern und 1200 Peltastenentsandt, zur selben Zeit, als die Spartaner einen neuen Feldherrn. Anaxi-bius, mit drei Triremen und Geldmitteln, um 1000 Mann Miethstruppenanzuwerben, eben dorthin schickten. Bald nach Einstellung der Söldnerdurch Anaxibius landete Iphikrates an der kleinasiatischen Küste, griffAnaxibius unweit Abydus unvermuthet aus einem Hinterhalte an undrieb sein Corps fast gänzlich auf, wobei Anaxibius selbst umkam (389).Im Jahre 388 endlich war Chabrias von den Athenern mit einem starkenHeere zur Insel Aegina geschickt worden, deren Einwohner gewaltigeSeeräuberei trieben und an den Ufern Afrikas plünderten, und brachteder auf dieser Insel befindlichen spartanischen Truppenabtheilung unterGorgonas' Befehl eine so grosse Niederlage bei, dass dadurch die Küstenvon Attika gegen die Einfälle der Aegiueten vollkommen gesichert waren.Die letzte bedeutende, und diesmal für Sparta glückliche That indem Seekriege war der plötzliche Ueberfall des athenischen Piräeusdurch Teleutias (387). Alle dort eingelaufenen Schiffe machte Teleutiasdienstunbrauchbar und kehrte dann mit reicher Beute beladen früher vondort zurück, ehe die Bewohner des Piräeus und von Athen ihm thätigenWiderstand entgegen zu setzen vermochten.
Zu Lande und zur See bedrängt, hatte Sparta schon im Jahre 392versucht mit den Persern Frieden zu schliessen und hatte zur Anknüpfungvon Friedensunterhandlungen mit dem dortigen Satrapen von Lydien.Tiribazus, den vornehmen Spartaner Antalcidas dorthin geschickt. Kononhatte damals aber den Abschluss eines Vertrages zwischen Sparta undTiribazus zu hintertreiben gewusst. Jetzt aber, an der Möglichkeit ver-zweifelnd , seinen politischen Vorrang in Griechenland ohne Geldunter-stützung von Seiten der Perser aufrecht erhalten zu können, entschlosssich Sparta um jeden Preis mit den Letzteren Frieden zu machen und