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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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10. Krieg Spartas mit den Persern. Feldzüge des Agesilaus. 273

gend, wenigstens so lange noch da zu bleiben, als nöthig wäre, um dieAkarnanier an der Wintersaat zu verhindern. Agesilaus antwortete, dasssie ihren eignen Vortheil nicht verstünden: da er hoffe, im nächsten Jahrewieder zu kommen, so nähme er an, dass die Feinde dann um so drin-gender Frieden wünschen würden, je mehr sie um die Vernichtung ihrerreichen Ernten besorgt sein müssten.

Keine leichte und ungefährliche Aufgabe war übrigens diese Rück-kehr für den Winter in den Peloponnes. In Folge des vorhergegange-nen Rückzuges des Agesilaus aus Korinth nach Lakonien und der Nieder-lage der Spartaner bei Lechäum hatte Sparta die Herrschaft über dieLandenge verloren, und ein athenisches Geschwader verhinderte dieUeberfahrt auf Schiffen durch den korinthischen Meerbusen. Es war alsounumgänglich geboten, durch Aetolien zurückzugehen, das feindlich ge-sinnt und ausserdem so gebirgig und durchschnitten war, dass gegen denWillen der Einwohner kein Heer, weder ein grosses noch ein kleinesdurch das Land ziehen konnte. Zum Glück gelang es Agesilaus durchdas Versprechen der Wiedereroberung des so lange schon durch dieMessenier eingenommenen Naupaktus die Aetolier zum ungehindertenDurchlassen seines Heeres zu bewegen (391).

Im folgenden Jahre (390) kam es in der That so, wie Agesilausvorhergesehen hatte. Als die Akarnanier erfuhren, dass des AgesilausHeer sich zu erneutem Einfall in ihr Land rüste, und bedachten, dass sieeinerseits sich der Vernichtung ihrer Saaten aussetzten, andrerseits keineHäfen zur Sicherung von Zufuhr hätten, schlössen sie rasch ein Bündnissmit Sparta und machten mit den Achäern Frieden.

Dies waren die Thaten des Agesilaus und Iphikrates, die bemer-kenswerthesten von allen Vorkommnissen des korinthischen Krieges zuLande. Alle übrigen bestanden in einzelnen Unternehmungen, Ueber-fällen, Scharmützeln, Verheerungen des Landes etc., und bieten Nichts,was irgend der Beachtung werth wäre.

Inzwischen hatte sich auf dem Meere und an den Küsten von Klein-asien ein lebhafter Kampf entwickelt, in welchem der Erfolg fast be-ständig auf Seiten der Athener war, die Spartaner aber unaufhörlichNiederlagen und Schlappen erhielten. Um die Angelegenheiten Spartasin Kleinasien zu verbessern, war im Jahre 392 abermals der unfähigeThimbron dorthin geschickt worden. Der Satrap von Lydien, Struthas,lockte den Thimbron in einen Hinterhalt und brachte seinem Heere eineerhebliche Niederlage und grossen Verlust bei, Thimbron selbst fiel.Um die Reste des Heeres Thimbron's zusammen zu halten, einige Städtezu beschützen, welche neuerdings auf Spartas Seite getreten waren, undden K rieg gegen Struthas weiter zu führen, schickte die spartanischeRegierung im Jahre 391 einen neuen Feldherrn, Diphridas nach Klein-

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1, 1. 18