272 IL Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
Unterstützung einen Angriff auf die Letzteren aus (391). Die Achäer ba-ten Sparta um Hülfe, und die spartanische Regierung entschloss sich,ohne irgend welchen Nutzen für sich selbst davon zu haben, ihre Streit-kräfte ausserhalb des Peloponnes zu verwenden. Agesilaus wurde ausAchaja zu Schiffe durch den korinthischen Meerbusen) mit zwei Morenspartanischen Fussvolks, allen Truppen Achaja's und den Truppen derübrigen Verbündeten Spartas nach Akarnanien gesandt. Die Akarnanierhatten bedeutend weniger Truppen als Agesilaus, verwarfen aber denihnen angebotenen Frieden, und Agesilaus begann Akarnanien grausamzu verwüsten. Seine aus diesem Grunde verzögerte Bewegung ermu-thigte die Akarnanier, sie kehrten aus den Bergen! wieder zu ihren Heer-den in die Thäler zurück und nahmen ihre Feldarbeiten wieder auf. Kaumerfuhr Agesilaus, dass die besten Lebensmittel und Vorräthe durch einegrosse Anzahl Sklaven sechs bis sieben Tagemärsche von seinem Lagerangesammelt würden, so eilte er schnell dorthin, griff unvermuthet anund nahm sie fast alle weg. Am folgenden Tage gab er seinen TruppenRuhe, während dessen hatten sich aber auf den Höhen rings um sein Lagereine Menge Akarnanier gesammelt, welche als schweres Fussvolk zwarden Peloponnesiem weit nachstanden, dafür aber als geschickte Bogen-schützen berühmt waren. Sie brachten dem Heere des Agesilaus so vielVerluste bei, dass sie ihn zwangen, Abends sein Lager an einen Ort zuverlegen, wo es weniger von ihren Schüssen zu leiden hatte. Am näch-sten Tage wagte Agesilaus kaum sich wieder in Marsch zu setzen. DieAnhöhen, welche ihm für seinen Marsch von Nutzen sein konnten, warenschon besetzt, und vergeblich bemühten sich seine jungen Krieger, dieAngriffe des Feindes abzuwehren. Die Reiterei des Agesilaus konnte nurmit Mühe in diesem mit Hügeln besetzten und durchschnittenen Terrainfolgen. Dem Heere des Agesilaus fehlten bei dieser Gelegenheit, wiestets bei allen peloponnesischen Armeen, leichte Truppen, und dieserwesentliche Mangel brachte ihm jetzt die grösste Gefahr von Seiten einesFeindes, welcher unter anderen Umständen, sogar bei überlegenen Kräf-ten, in keiner Weise den Angriff auch nur einer kleinen Zahl von tüch-tigen Truppen hätte aushalten können. Glücklicher Weise fand Age-silaus ein für seine Vorwärtsbewegung günstiges Terrain, und da diesvon akarnanischem schwerem Fussvolk besetzt war, so beschloss er so-fort, das letztere anzugreifen. Es gelang ihm, die Akarnanier zu ver-treiben, wenn auch wegen ihrer heftigen und wohlgezielten Pfeilschüssenicht ohne einigen Verlust, und dann erreichte er endlich wieder dieEbene. Hier verheerte er Alles, griff auf Bitten der Achäer einige akar-nanische Städte an, indessen ohne Erfolg, und sobald der Herbst nahte,beschloss er aus Akarnanien abzuziehen. Die Achäer, nicht einverstan-den damit, dass nicht eine einzige Stadt genommen war, baten ihn drin-