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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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10. Krieg Spartas mit den Persern. Feldzüge des Agesilaus. 271

Werst == ca. 400 Schritt) vom Meeresufer entfernt, halbenwegs vonLechäum. Hier den Wirkungen der Wurfgeschosse von den Peltasten voll-ständig ausgesetzt und ohne alle Möglichkeit ihnen auch nur den geringstenAbbruch zu thun. sahen sie. wie ganz gleichzeitig von der einen Seite ausLechäum eiligst Kähne mit Verstärkungen für sie abstiessen. und vonder andern das athenische schwere Fussvolk gegen sie zum Angriff vor-ging. Sofort wendete sich das spartanische Fussvolk und die Reitereizur Flucht: der letzteren gelang es. sich nach Lechäum zu retten, daserstere aber, verfolgt und ins Meer gedrängt, kam grösstentheils da-rin um.

Diese kleine Action ist dadurch interessant und beaclitenswerth. weilsie die Mängel und Nachtheile der griechischen Phalanx erkennen lässt,wenn diese ohne leichtes Fussvolk und ohne gute Reiterei war, weil sieferner die schlechte Haltung und Eigenschaften der spartanischen Reitereizeigt, und weil sie das vorzügliche Verhalten und den Nutzen der Pel-tasten darlegt, besonders aber die Geschicklichkeit des Iphikrates be-weist. Von ungemeiner Wichtigkeit fast ebenso wichtig als die Ge-fangennahme der spartanischen Hopliten auf Sphakteria im peloponnesi-schen Kriege war diese Niederlage der spartanischen Hopliten beiLechäum. Die Athener hatten den Spartanern allerdings weniger Verlusteverursacht als damals bei Sphakteria, gefangen wurde überhaupt keineinziger Spartaner: aber das war wichtig, dass die unüberwind-lichen Spartaner geschlagen waren und dass die sparta-nischen Hopliten von besoldeten Peltasten besiegt waren ein in Griechenland unerhörtes Ereigniss, welches die hohe Achtungund die ganze Furcht zerstörte, die man bis dahin vor den spartanischenTruppen gehabt hatte.

Bei der Nachricht von der Niederlage der Spartaner bei Lechäumbrachen die Gesandten der Verbündeten die Friedensunterhandlungen abund kehrten nach Böotien zurück. Agesilaus" aber kehrte nach Hinterlas-sung einer ganzen Mora Fussvolk in Lechäum mit dem Rest der geschla-genen Truppen nach Sparta zurück. Xenophon sagt nicht, was der Grundzu seiner Rückkehr gewesen sei, ob er sich "von selbst dazu entschlossenhabe oder von denEphoren veranlasst wurde, und ob sie wirklich durch-aus erforderlich gewesen sei." Man kann eigentlich kaum im Zweifel sein,dass dieser Rückmarsch nicht von Agesilaus, sondern von den Ephorenausging, es lag durchaus kein zwingender Grund dafür vor, und folg-lich war er nicht wohl überlegt. Nach des Agesilaus Entfernung besetzteIphikrates den ganzen nördlichen und westliehen Theil des korinthischenGebiets und legte Garnisonen dorthin.

Bald nahm der griechische Bund auch Theil an dem Kriege derAetolier und Akarnanier gegen die Achäer und führte zu der Ersteren