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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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. Krieg Spartas mit den Persern. Feldzüge des Agesilaus. 269

laus ganz unabhängig hätte handeln können. Im folgenden Jahre, 391,beauftragten ihn die Ephoren, mit seinem Heere das Vieh wegzu-treiben, das in dem korinthischen Hafen Piräum im saronischen Meer-busen zur Verproviantirung Korinths zusammengebracht war! Diese un-wesentliche Aufgabe zog sehr bemerkenswerthe Thaten des Agesilausund Iphikrates, des einen gegen den andern, auf der korinthischen Land-enge und in Korinth nach sich. Zum Angriff auf den korinthischen HafenPiräum wurde die Zeit der Feier der isthmischen Spiele angesetzt, wäh-rend deren gewöhnlich im Peloponnes ein allgemeiner Friede gehaltenwurde. Diesen Umstand benutzend, führte Agesilaus sein Heer directzur korinthischen Landenge und kam gerade zu der Zeit dort an, als dieKorinther und Argiver, welche bei den Spielen den Vorsitz führten, sichschon anschickten dorthin zu ziehen. Die unvermuthete Erscheinung desAgesilaus trieb sie sogleich zur Flucht, und Agesilaus vollzog nun dieSpiele unter dem Vorsitz der aus Korinth vertriebenen Aristokraten undrückte dann gegen Piräum. Hier stiess er auf Iphikrates mit einem sostarken Heer und in einer für die Vertheidigung so günstigen Stellung,dass er, von einem Angriff mit offener Gewalt Nichts erwartend, zur Listseine Zuflucht nahm. Er verbreitete nämlich das Gerücht, dass Korinthdurch Verrath an ihn übergeben wäre, und zog dann, nach Aufhebungseines Lagers, gleich zu dieser Stadt. Die Regierung von Korinth, demVolke wenig trauend, eilte, den Iphikrates zu Hülfe zu rufen, und dieser,rasch nach Korinth ziehend, kam in- der That mit seinen leichten Pel-tasten in der Nacht dem schweren spartanischen Fussvolk noch zuvor.Kaum erfuhr dies Agesilaus, so kehrte er sofort nach Piräum zurück undbesetzte die nächsten Anhöhen, und in Folge dessen ergaben sich allein Piräum stehenden Truppen und die Einwohner desselben dem Agesi-laus und wurden fast sämmtlich in die Sklaverei geführt.

Die Erfolge der agesilaischen Waffen verbreiteten unter den Ver-bündeten Schrecken und Unruhe, und einige von ihnen, besonders dieBöotier, schickten schon Gesandte in das Lager des Agesilaus, um überden Frieden zu unterhandeln. Aber zur selben Zeit gab eine theilweiseNiederlage spartanischer Truppen den Dingen abermals eine neue Wen-dung. Bei dem Marsch nach Piräum hatte Agesilaus, einem von Altersher existirenden heiligen Gebrauche gemäss, alle Amykläer *"), die sichin seinem Heere befanden, nach Lakonien entlassen zur Feier des Hya-cinthienfestes, indem er dem in Lechäum commandirenden spartanischenPolemarchen auftrug, den Rückmarsch der Amykläer nach Lakonien zubeschützen. Der Polemarch vertraute den Schutz von Lechäum den verbün-deten Truppen an, er selbst geleitete mit einer Mora schweren Fussvolks,

*) Amyklä, Stadt in Lakonien, südlich von Sparta.