< 10. Krieg Spartas mit den Persern. Feldzüge des Agesilaus. 267
busen zu gewinnen, schon den Krieg mit dem eigentlichen Griechenlandführen können. Die Gefahr aber, welche ihm vom Meere her drohte, ver-hinderte es nicht allein hieran, sondern zwang es sogar, lediglich aufdie Vertheidigung des Peloponnes, Lakoniens und seiner selbst bedachtzu sein.
Pharnabazus hatte seine Flotte erheblich verstärkt und eine grosseZahl neugeworbener griechischer Hülfstruppen daraufgesetzt, und mitdiesen plünderten und verwüsteten er und Konon im Frühjahr 392 ganzungestört die Ufer Lakoniens. Dann versorgte Pharnabazus den Kathdes griechischen Bundes, der in Korinth versammelt war, mit Geldmitteln,um den Krieg mit Sparta weiter zu führen, und verschaffte auch Konondie Mittel und die Möglichkeit, die Befestigung des Piräeus und die lan-gen Mauern wieder aufzubauen, welche den Piräeus mit Athen ver-banden. Da nun ausserdem die Athener schon gleich nach dem Siege beiKnidus ihre Flotte mit aller Macht verstärkt hatten und jetzt, wie immer,Ueberfluss besassen an geeigneten und geschickten Staatsmännern undHeerführern, — die athenische Regierung ausserdem mit Entschieden-heit und Energie handelte und von den Persern in wirksamster Weise mitGeld unterstützt wurde, — so gelang es Athen in kurzer Zeit sowohl dieHerrschaft auf dem Meere, als den Einfluss in Griechenland wieder zugewinnen, ja es wagte sogar die Feindseligkeiten auf dem Festlande imPeloponnes selbst zu beginnen. Von ihren besten Führern befehligt, zurSee von Konon, Thrasybulus und Chabrias, zu Lande von Iphikrates, er-scheinen die Athener im Bunde mit den Persern im Jahre 392 schon alsdie Hauptacteurs im Kriege, und zwar zu Lande wie zur See.
In dem korinthischen Landkriege sind um diese Zeit die Thaten desAgesilaus und des Iphikrates besonders bemerkenswerth. Die ersten Er-folge , welche dem Iphikrates Ruhm und Ehre verschafften, als demSchöpfer einer neuen Art Peltasten uud dem Vervollkommner ihrer Tak-tik, errang dieser Feldherr über dieThliuntier. Trotz ihrer demokrati-schen Regierungsform hielten die Einwohner von Phlius aus Hass gegendie Argiver doch fest an dem Bündniss mit Sparta. Da nun Phlius aus-serdem durch seine Lage zwischen Argolis, Korinth, Sicyon und Arkadienwichtig war, so wurde Iphikrates mit den athenischen Peltasten durchdie Athener gegen diese Stadt entsandt. Nachdem dieser durch die ko-rinthische Landenge unter Verwüstung und Plünderung des Landes vor-gedrungen war, gelang es ihm durch einen verstellten Rückzug diePhliuntier zur Verfolgung und in einen Hinterhalt zu verlocken und dengrössten Theil ihres nicht sehr zahlreichen schweren Fussvolks aufzu-reiben. Die Ueberreste desselben waren zu schwach, um Phlius zu schützenund das Gebiet zu vertheidigen, und so waren die Phliuntier gezwungen,sich unter den Schutz Spartas zu begeben und das Schloss zu Phlius den