266 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
nea, wenn auch ruhmreich für ihre Waffen, doch keine entscheidendenFolgen, keinen wirklichen wesentlichen Nutzen für Sparta; sie sichertenden Peloponnes für einige Zeit (Lakonien und Sparta), gaben ihm aberdie Herrschaft auf dem Festlande nicht zurück. Dagegen hatte der Siegbei Knidus seine Flotte und damit zugleich seine Herrschaft zur See überdie Inseln und über die europäischen und kleinasiatischen'Colonien vernich-tet. Sie fielen (Abydus und Sestus ausgenommen) alle ab, eine nach derandern, und vereinten sich mit den Feinden Spartas. Die von Agesilausin Kleinasien zurückgelassenen Truppen wurden gezwungen, die Städtezu räumen, in denen sie sich befanden, und in Abydus ihre Zufluchtzu suchen, wo der muthige Dercyllidas commandirte.
Seit dieser Zeit gestaltet sich der Krieg bis zu seinem Ende hin(393—387) auf dem griechischen Festlande wie zur See und an denKüsten Kleinasiens zu einer entschiedenen Offensive auf Seiten des grie-chischen Bundes und der Perser und zu einer matten Defensive von SeitenSpartas, und deshalb für dieses meist unglücklich, für seine Feinde er-folgreich.
Der Krieg, der auf dem Festlande geführt wurde, ist in der Ge-schichte unter dem Namen der korinthische bekannt, und zwar des-halb, weil sein eigentlicher Schauplatz Landenge und Gebiet von Korinthund das Gebiet von Sicyon war, und weil die Hauptpunkte, auf welchehin sich die Actionen von beiden Theilen richteten, resp. aus denen heraussie unternommen wurden, eben Korinth als einziger Vertreter des grie-chischen Bundes im Peloponnes, und Sicyon, als der nächste treue Bun-desgenosse Spartas, waren. Die korinthische-Landenge wurde oft fürbeide Seiten wichtig als der Schlüssel zum Eingange aus dem eigent-lichen Griechenland in den Peloponnes und umgekehrt, und sie warenbeständig bestrebt, sich ihrer zu bemächtigen und sich darin festzusetzen,um eben dadurch die Möglichkeit zu gewinnen, den Krieg von den eige-nen Grenzen fortzuleiten und ihn auf feindliches Gebiet zu spielen.
So gelang es gleich zu Anfang (gegen Ende des Jahres 393) demSpartaner Praxitas, der die spartanischen Truppen in Sicyon befehligte,unter Mitwirkung der korinthischen aristokratischen Partei, in die lan-gen Mauern oder die befestigten Linien einzudringen, welche Korinthmit seinem Hafen am Ufer des korinthischen Meerbusens. Lechäum, ver-banden, und innerhalb derselben den Truppen der Korinther, ArgiverundBöotier eine entscheidende Niederlage und grossen Verlust beizubringen.Dann, nachdem er in diese Mauern eine grosse Lücke gebrochen hatte,zu dauerndem und bequemem Durchgang durch dieselben, setzte er sichauf der Landenge von Korinth fest, indem er in mehrere Punkte derselbenGarnisonen legte. Hierdurch von der Landseite her geschützt, hätteSparta, wenn es ihm gelang, die Herrschaft auch im korinthischen Meer-