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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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10. Krieg Spartas mit den Persern. Feldzüge des Agesilaus. 265

talangriff. Im ersten Anlauf wurden die Orchomenier von den Theba-nern, die Argiver durch Agesilaus mit seinen Spartanern geworfen, unddie Mitte des Bundesheeres wurde von den Truppen des Cyrus, Ioniern,Aeoliern und hellespontischen Truppen zurückgedrängt. Diese Mitte unddie Argiver flohen gegen den Helikon und wurden vom Centrum des Heeresdes Agesilaus dorthin verfolgt. DieThebaner dagegen, welche die Orcho-menier zersprengt und verfolgt hatten, gelangten bis zur Bagage undzum Tross von Agesilaus' Heere, wurden hier aber durch dessen Reserve-reiterei aufgehalten und zogen sich dann 1 , als sie die Flucht ihres linkenFlügels und ihrer Mitte bemerkten. auch zum Helikon hin. um sich mitdiesen wieder zu vereinigen. In diesem Momente trat Agesilaus mit demschweren spartanischen Fussvolk den Thebanern entgegen. So bliebenauf dem Schlachtfelde nur die Thebaner und Spartaner einander gegen-über, und zwar in solcher Aufstellung, dass die Ersteren mit dem Rückennach dem Cephissus standen und die Letzteren mit dem Rücken zumHelikon. Von Muth erfüllt und seines Sieges gewiss rückte Agesilausdirect auf die Thebaner los. seine Phalanx in einer geschlossenen Linieformirt, und in der Absicht, durch diese die Thebaner in der Front auf-zuhalten und zurückzuwerfen und sie vom Helikon abzuschneiden. Diesehatten sich ihrer Gewohnheit gemäss in mehrere tiefe, geschlosseneVierecke formirt (wir würden sagen: in Colonnen) und zogen in dieserFormation der Phalanx des Agesilaus entgegen, um sie zu durchbrechen,sich durchzuschlagen und mit den Trümmern des eigenen Heeres sichzu vereinen. Es entspann sich ein hartnäckiges Handgemenge. BeideTheile kämpften mit ungewöhnlicher Wuth, Ordnung und Tapferkeit.Die Thebaner entwickelten dabei eine Ausdauer, Disciplin, Zähigkeit inihrer tiefen Aufstellung, und Geschicklichkeit in Anwendung der Hand-waffen, dass, obgleich sie einen bedeutenden Vertust erlitten. dennocheinem kleinen Theile von ihnen es gelang, die spartanische Phalanx zudurchbrechen und den Helikon in Ordnung zu erreichen. Die übrigenThebaner wurden zurückgeworfen und meistens erschlagen.

So beschreibt die Schlacht bei Koronea der Augenzeuge und Theil-nehmer derselben, Xenophon. Bei seiner Parteilichkeit für Agesilauskann man demselben aber nicht unbedingten Glauben schenken. Aller-dings hatte Agesilaus den Sieg erfochten, aber dieser Sieg scheint keines-wegs so entscheidend gewesen zu sein, wie Xenophon ihn schildert. Daskann man unter Anderem aus Plutarch schliessen, welcher speciell her-vorhebt, dass die Thebaner sich in vollkommener Ordnung zurückge-zogen hätten. In dem heftigen Kampfe mit ihnen schwer verwundet, gingAgesilaus zuerst zu seiner Wiederherstellung nach Delphi, später nachSparta. Sein Heer brachte den Winter in Phocis zu.

So hatten die beiden Siege der Spartaner bei Korinth und bei Koro-