264 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexätider's d. Gr.
mit dem Recht, ihren Anführer zu ernennen, und die Thorheit begangen,für diese Stelle nicht irgend einen erfahrenen Seemann. sondern seinenSchwager Pisander zu? ernennen, der von Marineangelegenheiten garNichts verstand. Die Unerfahrenheit dieses Letzteren und die Geschick-lichkeit Konon's hatten zur Folge, dass in dem beim Vorgebirge Knidussich entspinnenden Gefechte (August 393) die spartanische Flotte einevollständige Niederlage erlitt. 50 Triremen derselben wurden wegge-nommen, Pisander selbst fiel in der Schlacht.
Die Nachricht von dieser Niederlage erhielt Agesilaus zu einer Zeit,als er. an den Grenzen Böotiens angelangt, sich rüstete, binnen wenigenTagen mit dem neu zusammengebrachten. ziemlich starken Heere desgriechischen Bundes zusammen zu treffen und zu schlagen. Niederge-schlagenheit und Schreck bemächtigte sich seiner, aber er blieb fest undentschlossen. Sorgfältig verbarg er seinem Heere seine Gefühle und dieWahrheit über die Niederlage bei Knidus. — ja er ging. um die Stim-mung seines Heeres zu heben, so weit, zu verkünden, dass Pisander ge-fallen sei, aber um den Preis seines Lebens den Sieg erkauft habe. Nundrang er muthig und kühn in Böotien ein und zog nach Orchomenus undvon da nach Koronea. Das Thal von Koronea schloss im Norden derBerg Cephissus. im Süden der Helikon ab. Von der Höhe des Cephissusherab erblickte er auf dem Helikon das Heer des griechischen Bundes.Auf seinem Zuge durch Phocis und Böotien hatte er sich durch phocischeund orchomenische Truppen. durch eine Mora schweren spartanischenFussvolks. die ihm aus Sparta zugesendet war, und durch eine halbeMora, welche in Orchomenus gestanden hatte, verstärkt, so dass er anZahl der Truppen dem Feinde fast gleich (wie stark, ist nicht bekannt)— an Güte aber ihm bedeutend nachstand. Denn eigene spartanischeTruppen hatte Agesilaus sehr wenige, und alle übrigen, grösstenteilskleinasiatische, konnten sich mit den europäischen Bundestruppen nichtentfernt messen. In tiefer Stille zogen beide Heere gleichzeitig in dasThal von Koronea hinab (im August 393, bald nach der Schlacht beiKnidus) und stellten sich unweit der Mauern von Koronea in Schlacht-ordnung. Auf des Agesilaus rechtem Flügel standen die Spartaner. aufdem linken die Orchomenier, — in dem Bundesheere auf dem rechtenFlügel. den Orchomeniern gegenüber, die Thebaner (denen auch derOberbefehl zustand) und auf dem linken Flügel, den Spartanern gegen-über, die Argiver. Hinter dem Rücken von Agesilaus' Heere befand sichdie spartanische Reservereiterei, weiter zurück die.Bagage und der Trossdes Heeres. Die Verbündeten eröffneten das Gefecht mit einem Fron-
bei Pisander S5 Triremen gewesen. Xenophon's Angabe ist verdächtig, die des Dio-dor unglaubhaft.