10. Krieg Spartas mit den Persern. Feklziige des Agesilaus. 263
da die Verbündeten noch über den Oberbefehl und die Stellenbesetzung imHeere stritten, hatte Aristodemus sein ganzes Heer schon beisammen undin Marsch gesetzt, und es gelang ihm, vor Korinth zu erscheinen und dasHeer der Verbündeten fast ganz überraschend zu überfallen. Es ent-spann sich (Sommer 393) hier ein Kampf, in welchem gleich Anfangsdie Achäer. welche den linken Flügel des spartanischen Heeres bildetenund sich gegenüber den auf dem rechten Flügel der Verbündeten stehen-den Thebanern befanden, — flohen. Ihrem Beispiel folgten alle übrigenVerbündeten Spartas. Aber die Spartaner selbst, die den rechten Flügelbildeten, brachten den ihnen gegenüber auf dem linken Flügel der Ver-bündeten stehenden Athenern eine bedeutende Niederlage bei, undschliesslich erkämpften sie, Dank-ihrer Tapferkeit und ihrer vorzüglichenDisciplin, über den an Kräften überlegenen Feind den Sieg; der Feindhatte erheblichen Verlust erlitten, sie selbst nur wenige Mann verloren.Das geschlagene Heer der Verbündeten verliess den Peloponnes, und ihreAbsicht, in Lakonien einzufallen, konnte nicht zur Ausführung gebrachtwerden. Aber darauf beschränkten sich auch alle Vortheile dieses Sie-ges der Spartaner bei Korinth, denn sie nutzten den erlangten Erfolgnicht aus und kehrten nach Lakonien zurück. Auf diese Weise war derSieg bei Korinth kein entscheidender.
Auf dem Meere dagegen wurde einige Zeit nachher Sparta einesolche Niederlage beigebracht, dass der Krieg dadurch eine für Griechen-land und Persien entschieden günstige Wendung nahm. Der Haupt-grund dazu war Konon. Nachdem dieser sich, wie früher erzählt wurde(8. Kapitel, §. 59), von der Niederlage bei Aegos-Potami mit neun Tri-remen auf die Insel Cypern gerettet hatte, lebte er bei dem König derStadt Salamis auf Cypern, Euagoras mit Namen, bis zu der Zeit, wo derzwischen Sparta und den Persern ausbrechende Krieg ihm eine günstigeGelegenheit bot, Sparta zu demüthigen und sein Vaterland Athen wiederhoch zu heben. Er machte Euagoras und Pharnabazus zu gemeinschaft-lichem Handeln mit ihm auf der See gegen Sparta geneigt und botArtaxerxes seine Dienste an. Dieser nahm ihn mit Freuden an, ver-stärkte seine Flotte erheblich und ernannte Konon zum Führer derselbenunter des Pharnabazus Oberbefehl. Um die Mitte des Jahres 393 er-schienen Pharnabazus und Konon bereits im ägäischen Meere mit über-legenen Kräften auf ihrer Seite und machten sich auf, die spartanischeFlotte zu suchen. Sie fanden sie bei dem Vorgebirge Knidus aufgestellt,
nördlich von Rhodus .*) Agesilaus hatte den Oberbefehl über diese erhalten,
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*) Xenophon, der aber überhaupt in seiner hellenischen Geschichte für Agesilausund Sparta Partei nimmt, sagt, dass die griechische Flotte des Konon und Euagorasallein schon an Macht der spartanischen überlegen war. Diodorus dagegen behaup-tet, bei Pharnabazus, Konon und Euagoras seien zusammen wenig mehr als 90, und