258 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
laus bezahlte, um ihn nur aus der lydischen Satrapie hinaus zu bringenund zum Einfall in die Provinz des Pharnabazus zu bewegen. Inzwischenhatte aber Artaxerxes, um Sparta gänzlich von Kleinasien und dem per-sischen Reiche fortzuziehen und die dem Letzteren drohende Gefahr ab-zuwenden, zu einem Mittel seine Zuflucht genommen, das, von Erfolg-gekrönt, das persische Reich rettete und Sparta in eine äusserst schwie-rige und gefahrvolle Lage brachte. Tithraustes wurde mit einer bedeu-tenden Geldsumme versehen, um die Demokraten in Griechenland zu er-kaufen und Empörungen und Kriege gegen Sparta dort zu erregen.Tithraustes übertrug diesen Auftrag an den Rhodier Timokrates, undbald gerieth ganz Griechenland in Bewegung (394). Als die HauptfeindeSpartas aus deren gesammter Anzahl erschienen die Thebaner, welcheseit der Zeit des peloponnesischen Krieges diesem Staate kühn undkräftig entgegen getreten waren. Die Feinde Spartas warteten nur aufeinen Anlass zu offenem Bruch , und der säumte nicht sich darzubieten.Zwischen den Lokrern und Phociern war ein Krieg entstanden: die The-baner nahmen sogleich die Partei ihrer Verbündeten, der Lokrer, plün-derten Phocis und zwangen auch die Athener, sich mit ihnen zu verbün-den. Die Phocier riefen Sparta um Hülfe an, und die spartanische Regie-rung, die Gelegenheit freudig ergreifend, um den Hochmuth der The-baner zu brechen, stellte zwei Heere gegen sie auf: eins, aus Pho-ciern und den übrigen Bundesgenossen der Spartaner gebildet, unterFührung des Lysander — in Phocis. — das andere, ein spartanisches,unter Befehl des anderen spartanischen Königs, Pausanias, — im Pelo-ponnes (394). Beide sollten gleichzeitig von zwei verschiedenen Seitenin Böotien einrücken und sich bei Haliartus vereinigen.
§. 68.Krieg Spartas mit den Persern und den übrigen Bundesgenossen
(394—387).Gleich zu Anfang des Krieges in Griechenland erlitt Sparta einenharten Schlag. Lysander war aus Phocis nach Böotien gerückt, zuerstnach Orchomenus, das ungeduldig wünschte, sich von der Macht Thebenszu befreien, dann von Orchomenus, nachdem er Verstärkungen an sichgezogen hatte, nach Haliartus. Pausanias war noch nicht dort einge-troffen, und Lysander, der in Haliartus nicht eingelassen wurde, rüstetesich bereits, es mit Sturm zu nehmen, als die Thebaner ihn unvermuthetangriffen. Diese hatten von aufgefangenen Boten erfahren, dass Lysanderund Pausanias sich bei Haliartus vereinigen sollten, und hatten sich so-gleich gegen Ersteren, als den Nächsten, der schon vor den Mauerndieser Stadt stand, gewendet. Ob deshalb, weil der Angriff der Thebanervollkommen unerwartet kam, oder deshalb, weil Lysander sich zu sehrauf seine eigene Geschicklichkeit, auf den Muth und die Disciplin seiner