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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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10. Krieg Spartas mit den Persern. Feldzüge des Agesilaus. 255

hatte er in Xenophon. der sich beständig während der ganzen Zeit seinerAnwesenheit in Kleinasien bei ihm befand, einen Kathgeber gewonnen,welcher von um so grösserem Werthe und Nutzen für ihn war, als Xeno-phon ihm in aufrichtiger Freundschaft anhing. '

Beunruhigt durch die Ankunft des spartanischen Heeres unter per-sönlichem Commando des spartanischen Königs Hess Tissaphernes nachGrund und Zweck hiervon fragen. Agesilaus antwortete mit der grösstenOffenheit, dass er nur beabsichtige, die Unabhängigkeit der griechischenColonien in Kleinasien zu beschützen, und das war auch ganz richtig.Nun schlug der arglistige Satrap eine Verlängerung des mit Dercyllidasabgeschlossenen Waffenstillstandes auf weitere drei Monate vor. er selbsttraf aber während dieser Zeit insgeheim geeignete Massregelu, um ausdem Innern des Reiches Truppen in thunlichster Beschleunigung heran-zuziehen. Sobald diese Truppen herangekommen waren, erklärte er demAgesilaus, dass der Krieg erneut werden würde, wenn das spartanischeHeer nicht Kleinasien verliesse (395). Statt aller Antwort schickte Age-silaus sofort an die ionischen, äolischen und hellespontischen Truppenden Befehl, sich bei Ephesus zu sammeln, sein eignes Heer aber machteer zum Zuge bereit und verbreitete das Gerücht, dass er gegen Karienmarschiren werde, traf auch alle zur Bestätigung dieses Gerüchtes dien-lichen Anordnungen. Tissaphernes, der für Karien , oder besser gesagtfür seine dort gelegenen Güter fürchtete, schickte von Sardes, seiner Resi-denz, weil Karien sehr gebirgig war, fast sein gesammtes schweresFussvolk nach dieser Provinz, während er selbst mit zahlreicher Reitereisich in dem Thale ausbreitete und so das Heer des Agesilaus in derEbene ohne Mühe zu erdrücken hoffte, ehe es noch die Gebirge Karienserreicht haben würde. Aber Agesilaus wusste, dass in der Ebene alleVortheile auf Seiten der Perser sein müssten, nicht aber der Griechen,welche nur sehr wenig Reiterei hatten, und ganz zufrieden damit. ;dasser die Aufmerksamkeit und die Kräfte des Tissaphernes nach Süden ge-lenkt hatte, wandte er sich plötzlich nach der entgegengesetzten Seite,nördlich, nach Mysien, der Provinz des Pharnabazus. Hierdurch zog er1) rasch und ohne Störung die Truppen der griechischen Colonien, welchenördlich von Ephesus lagen, und das Heer des Cyrus, das sich ebendaselbstbefand, an sich, 2) fiel er so überraschend in Mysien- ein, dass ohneirgend welchen Widerstand das Land ausgeplündert und verwüstetwerden konnte und die Städte sich alle ergaben. So gelangte er fast bisin die Stadt Dascylium, Residenz des Pharnabazus, am Südufer der Pro-pontis. Hier erfuhr er den ganzen Nachthcil, welcher in der geringenZahl und den schlechten Einrichtungen der griechischen Reiterei lag.Als er sich Dascylium näherte, stiess seine Cavallerie, welche dem Heerevoraus marschirte, auf eine gleich starke Cavallerieabtheilung des Phar-