248 II- Vom Anfang der grieeh.-per8. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
und der dritte, den Xenophon befehligte, in einiger Entfernung vom Meeremitten durch das Land nach Chalcedon marschirte. Der erste Theil zer-streute sich, als er ans bithynische Ufer kam, halbwegs zwischen Hera-klea und dem Bosporus, in das Innere des Landes um zu plündern, ebensoder zweite. Die hierüber erzürnten Bithynier überfielen einige vereinzelteAbtheilungen derselben, erschlugen sie theilweise und umzingelten end-lich die Uebriggebliebenen von allen Seiten. Zum G-lück kam Xenophonmit dem dritten Theile rechtzeitig ihnen zu Hülfe. Als er sich den Bithy-niern näherte, löste er seine Cavallerie nach vorwärts auf, indem er be-fahl, dass sie Alles anzünden sollten, was sie auf dem Wege fänden.Hinter der Reiterei besetzte das leichte Fussvolk allmälig alle Höhen inden Flanken des Heeres und übergab ebenfalls Alles dem Feuer, und ingleicher Weise verfuhr auch das zurückbleibende schwerbewaffnete Fuss-volk, das geschlossen folgte. So stand bald ein breiter Landstrich ganzin Flammen und schien den Anmarsch eines zahlreichen Heeres zu ver-künden. Zur Nacht bezogen die Griechen ein Lager und zündeten inweiter Ausdehnung Wachtfeuer an; — bei Anbruch der Nacht aberlöschten sie dieselben aus, in der Absicht, dadurch die Bithynier zu derAnnahme zu verleiten, dass die Griechen ihr Lager verlassen hätten undgegen sie heranzögen, um sie noch in der Nacht zu überfallen. DieseKriegslist gelang vollkommen. Die Bithynier zogen noch bei Nachteilends ab, und die von ihnen eingeschlossenen Griechen konnten sichmit Xenophon vereinigen. Darauf blieb das ganze Heer aufs Neue undgern vereint unter den Befehlen ihrer früheren Führer. Aber in derausserordentlichen Furcht, dass es in Kleinasien angesiedelt werdensollte, wollte es durchaus nicht sein Gepäck auf einem für die Vertheidi-gung geeigneten Vorgebirge zusammenlegen, neben welchem sich derHafen von Kalpe befand (zwischen Heraklea und dem Bosporus), umdann um so leichter auf Erbeutung von Vorräthen ausgehen zu können:denn es glaubte, dass der Zweck der Zusammenlegung des Gepäcks unddie Umziehung desselben mit einem verschanzten Lager nur der Anfangsein sollte zur Gründung einer Colonie an dieser Stelle. Unter diesenUmständen benutzte Xenophon geschickt und erfolgreich den Aber-glauben der Soldaten, indem er so lange durch die Seher aus den Ein-geweiden der Thiere ungünstige Vorbedeutungen verkünden Hess, bisdas Heer, vom äussersten Hunger getrieben, unbedingt in Alles ein-willigte. Nun ermuthigte Xenophon das Heer durch günstige Zeichenund Vorbedeutungen, Hess alles Gepäck unter Bewachung der ältestenKrieger auf dem Vorgebirge zurück, führte einige glückliche Züge mitden erleichterten Truppen aus, erlangte Vorräthe, und zerstreute endlichund schlug in die Flucht die persische Reiterei des Pharnabazus und dasbithynische Fussvolk, welche sich gegen die Griechen des Cyrus vereint