242 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
neten Chalyben, Taochen und Phasianer. Xenophon schlug vor, dasHeer Angesichts des Berges aufzustellen und bei Nacht einen Theil des-selben auf Umwegen von der Seite, wo er nicht vom Feinde besetzt war.auf seinen Gipfel zu schicken. Dieser Vorschlag wurde angenommen undvon Erfolg gekrönt. Es wurden Freiwillige von den Hopliten und Psiloivorgerufen, die, bei Nacht den Berg ungestört erklimmend, mit Tages-anbruch dem Feinde in die Flanke gingen, während gleichzeitig dieHauptmacht den Gegner in der Front angriff. Der Feind stellte dengriechischen Freiwilligen einen kleinen Theil seiner Krieger entgegen,der aber bald geworfen und verfolgt wurde. Bei diesem Anblick stürztedas leichte griechische Fussvolk auf den Berg los und hinauf; der Feindwartete aber diesen Angriff nicht ab, sondern entfloh, und so gewannendie Griechen. Dank Xenophon's Anordnungen, den Berg ohne auch nureinen Mann zu verlieren. Dann kamen sie in das Land der Taochen,litten aber Mangel an Lebensmitteln, denn die Taochen wohnten in vonNatur festen Orten, in welche sie ihre Vorräthe alle geflüchtet hatten.Bei der Ankunft vor einem dieser Orte, der auf einem hohen steilen Felsenlag, schickte Chirisophus eine kleine Truppenabtheilung nach der andernzum Sturm dagegen vor, aber sie wurden alle mit Verlust abgewiesen.Als endlich Xenophon ankam, schlichen auf seinen Kath ungefähr 70Krieger, und mit ihnen Chirisophus und Xenophon selber, hinter einigeam Berghange zerstreute dicke Fichten, wo sie vor den Steinen geschütztwaren, welche die Taochen hinabwarfen, und als diese letzteren ihrenVorrath an Steinen gänzlich erschöpft zu haben schienen, drangen die70 Krieger rasch von den Fichten zur Felshöhe hinauf und nahmen siesofort in Besitz. Die Taochen stürzten sich von den Felsen hinab undkamen zum grössten Theil um, so dass in den Händen der Griechen nur-eine Menge Thiere verblieben.
Dann durchzogen die Griechen während sieben Tagen das Land derChalyben, des tapfersten von allen Stämmen, die sie auf ihrem Wegeangetroffen hatten. Die Chalyben waren gut bewaffnet und führten denKrieg in äusserst grausamer Weise. In ihren Bergen sich versteckend,fielen sie nach dem Durchzug der Griechen diesen von dort in den Bückenund zogen sich dann wieder in die durch die Natur selbst befestigten Ortezurück, wohin sie vorher schon alle ihre Vorräthe gebracht hatten. Aufdiese Weise hatten die Griechen sich unaufhörlich mit ihnen herumzu-scblagen und litten ausserdem Mangel.
Aus dem Gebiete der Chalyben traten sie in das ebene und offene ,Gelände der Scythinen. Der acht Tage währende Durchmarsch ging un-gestört vor sich, denn die Scythinen kamen ihnen friedlich entgegen undversorgten sie mit Führern und Lebensmitteln. und endlich (nach fünf