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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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9- Der Aufstand des Jüngern Cyrus und der Rückzug- der J 0,000 Griechen. 237

bei seiiier Ankunft dort zu seinem grössten Erstaunen, Schmerz undGrimm, dass die Griechen, welche er dem Artaxerxes lebendig zu über-bringen versprochen hatte, so zu sagen vor seinen Augen entkommenund in die karduchischen Berge gezogen waren. Dorthin ihnen zu fol-gen mit der Reiterei, und zwischen Felsen und Abgründen, vor sich dieGriechen, und neben und hinter sich die Karduchen, das war unmög-lich. Deshalb entschloss er sich, die Griechen ruhig durch das Gebirgeziehen zu lassen, was, nach seiner Meinung, in Folge der dabei unver-meidlichen Verluste sie nur schwächen konnte, seinerseits aber auf Um-wegen auf dem anderen Tigrisufer ihnen am Kentrites zuvorzukommenund, da es ihm nicht gelungen war, sie zwischen Tigris und Gebirge zudrängen, nun wenigstens ihnen den Austritt aus dem Gebirge, den Ueber-gang über den Kentrites und den Eintritt in Armenien zu verwehren.In Folge dessen ging er auf das rechte Tigrisufer über und zog längs desFlusses dahin, wo der Kentrites von links in denselben mündet.

Indessen hatten die Griechen während der ersten zwei Tage ihresMarsches im Gebirge mehr Hindernisse und Schwierigkeiten von Seitendes Terrains, als Widerstand von Seiten der Bewohner gefunden. Hoheunersteigbare Berge, steile Erhebungen und Abstürze, und besondersäusserst schmale Wege erschwerten und verzögerten ihren Marsch imhöchsten Grade. Die Karduchen, welche nicht vorhergesehen hatten,dass die Griechen in ihr Gebirge kommen würden, vermochten sich nichtin grosser Stärke zu sammeln, und die Einwohner der Dörfer, welche andem von den Griechen eingeschlagenen Wege lagen, flohen mit ihrenFamilien in die Berge und machten von dort nur vereinzelte, leicht ab-zuwehrende Angriffe. In den von ihnen verlassenen Dörfern fanden dieGriechen alle Arten Lebensmittel im Ueberfluss. Um ihren Marsch durchdas Gebirge thunlichst zu erleichtern und zu beschleunigen, behielten dieAnführer beim Heere nur den allernothwendigsten, besten und ausge-suchten Theil der Lastthiere und entliessen die bis dahin mitgenommeneuGefangenen.

Mit dem dritten Marschtage änderten sich aber die Umstände schon.Die Griechen mussten bei jedem Schritte sowohl die stets sich mehren-den natürlichen Schwierigkeiten, als auch den heftigen Widerstand derKarduchen überwinden, welche sich bereits in ansehnlicher Zahl gesam-melt hatten. Das griechische Heer marschirte in folgender Ordnung:voran die eine Hälfte unter Führung des Chirisophus, der sich an derTete befand; in der Mitte die Sklaven und die Lastthiere mit der Ba-gage ; und dahinter die zweite Hälfte des Heeres unter Xenophon, derden Zug schloss. Da die Wege sehr eng waren, so dehnte sich derganze Zug sehr in die Länge, und die Karduchen, an Bewegung undKampf im Gebirge gewöhnt, behende, rasch im Lauf, mit grossen Bogen